Jubiläum

„Ich liebte das Schräge, das Kantige, auch das etwas Raue“

Die Berliner Bühnen- und Fernsehdarstellerin Ursula Karusseit feiert 75. Geburtstag

Zu DDR-Zeiten spielte sie im TV-Fünfteiler „Wege übers Land“, jahrelang trat sie an der Berliner Volksbühne auf. Heute kennen Fernsehzuschauer sie aus der ARD-Serie „In aller Freundschaft“. Am Sonnabend wird Ursula Karusseit, die mit ihrem zweiten Mann in Senzig bei Berlin lebt, 75 Jahre alt.

Seit einem halben Jahrhundert steht sie auf der Bühne, auch im Fernsehen machte sie Karriere. In der Sachsenklinik spielt sie seit der ersten Folge 1998 die schlagfertige Cafeteriachefin Charlotte Gauß. Die markanten Frauenrollen passen zu Karusseit. „Mir lag nie so sehr, wenn ich das jetzt arg und fahrlässig verallgemeinern darf, das Blauäugige“, sagt sie in dem Interviewband „Wege übers Land und durch die Zeiten“ (2009). „Ich liebte eher das Schräge, das Kantige, auch das etwas Raue.“

Zur Bühne findet sie über einen Umweg. Geboren am 2. August 1939 im westpreußischen Elbing im heutigen Polen, wird sie nach der Vertreibung ihrer Familie in Mecklenburg eingeschult. Im thüringischen Gera macht sie ihren Abschluss und eine kaufmännische Ausbildung an einer Berufsschule. Ihre Eltern halten nicht viel vom Theater. Sie arbeitet als Stenotypistin und Sachbearbeiterin. Erst dann kommt die Bühne. Zu ihrem Geburtstag plant sie keine große Party. „Aber ich freue mich auf eine kleine Feier mit meinen Liebsten.“