Mittag mit

Nils Busch-Petersen

Jeden Mittwoch trifft Alexandra Kilian einen Menschen der Stadt zum Lunch.

Heute: Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg, im Capital Club. Es gibt: Landei und Tatar.

Dass Sie hier Vizepräsident sind, wusste ich gar nicht. Mit wem waren Sie zuletzt hier?

Gestern, ganz brav, mit dem Geschäftsführer des Clubs zur Besprechung, wen man noch aufnehmen könnte aus Berlin. Davor am Donnerstag zum Meeting des Advisory Boards, mit Partnern. Also mit meiner Frau, das war besonders schön.

Klingt verliebt. Sind Sie oft gemeinsam hier?

Ja, wir hatten gerade unsere Perlenhochzeit, 30 Jahre. Im Osten hat man früh geheiratet, mit 20. Und normalerweise feiern wir Hochzeitstag mittags immer hier. Egal, welche Termine sonst anliegen, das ist eine stille Tradition. Auch die Kinder sind ganz begeistert, wenn es hierher geht.

Wovon sind Sie gerade weniger begeistert?

Bei Tarifverhandlungen merke ich, dass unser Sozialpartner, die Gewerkschaft Verdi, sich nicht zum Besten verändert hat. Wir sind im Tarifgeschäft eigentlich Partner und sollen Rahmenbedingungen schaffen. In den letzten Jahren, auch aufgrund der immer schwächer gewordenen Gewerkschaft, ist das Zusammenspiel unberechenbarer und aggressiver geworden. Ich wünschte mir eine Gewerkschaft, die deutlich stärker und so auch wieder souveräner wäre. Verdi bewegt zur Zeit kaum noch etwas in der Stadt.

Sie beim Thema verkaufsoffener Sonntag ja auch nicht. Woran liegt das?

Daran, dass wir hier in Deutschland leben. Meine zahlreichen Freunde in Polen pflegen zu sagen: „Bei uns sind die Kirchen am Sonntag gerammelt voll – und danach die Läden. Wir wissen überhaupt nicht, was ihr habt.“ Hier herrscht eine unheimliche Allianz derer, die sonst eher selten miteinander zu tun haben, die Kirchen und die Gewerkschaft. Und die sind sich einig, dass das Abendland untergeht, wenn wir sonntags in Läden einkaufen.

Wie verbringt Ihre Familie Sonntage?

Wir versuchen, mit allen gemeinsam zu frühstücken. Dann kommt der Kirchgang, so oft es geht. Und um 19.30 Uhr gibt es einen festen Termin, unseren Tanzkurs am Bürgerpark. Dort tanzen wir das ganze Programm, Standard und Latein. Ich mag den Cha-Cha-Cha ja sehr gern. Oder Swing – da kann man mal so richtig die Sau rauslassen. Zum Abhotten.