Golfgeflüster

Neuer Mann, neuer Platz

Petra Götze über Handicaps und Häppchen

Eine Premiere im doppelten Sinne war die Mercedes Trophy am vergangenen Montag: Für Gastgeber Jürgen Herrmann, Nachfolger des langjährigen Mercedes-Chefs Walter Müller, war es das erste Golf-Turnier. Und es fand zum ersten Mal im brandenburgischen Golf- und Country-Club Seddiner See statt, und nicht, wie in den Jahren zuvor, im Golfclub Wannsee. Dort ist nämlich Konkurrent BMW einer der Hauptsponsoren, während Mercedes sich in Seddin engagiert.

Die Erwartungen der 100 geladenen Gäste waren hoch, denn das Turnier hat sich unter dem leidenschaftlichen Golfer Walter Müller zu einem Höhepunkt der Saison entwickelt. Als Nichtgolfer setzte Jürgen Herrmann auf weibliche Unterstützung: Verkaufsleiterin Sandy Friedrich ist begeistert vom Golfsport und meisterte bereits vor dem Turnier die größte Herausforderung – die Zusammenstellung der Flights. „Was man da alles für Anrufe bekommt ...“

Sie ging – natürlich außer Konkurrenz – mit drei Damen auf die Runde und erkannte, dass beim Golfen nicht nur die Schläge zählen. Eine Spezialuhr an ihrem Handgelenk zeigte auch die verbrauchte Kalorienzahl an: „2000 Kalorien, da können wir uns nachher etwas gönnen“, stellte sie erfreut fest.

Der hohe Kalorienverbrauch lag sicher auch an der Dauer der Golfrunde auf dem anspruchsvollen Südplatz – knapp sechs Stunden – was einigen Teilnehmern einfach zu lang war: Sie gaben auf und gingen nach Hause. So verpassten sie ein vorzügliches Dinner, das an langen, weißen Tischen unter einem rot leuchtenden Abendhimmel auf der Terrasse serviert wurde.

Die Nettosieger des Turniers qualifizierten sich für das Deutschlandfinale der weltweit ausgespielten Mercedes Trophy in Kitzbühel. Zu den Glücklichen gehören Brigitte Fuhrmann (Handicap 33), Fabian Duschinski (Handicap 22,8) und Karin Leski-Koschik (Handicap 5,4). Die Vizepräsidentin des Golfclubs hatte Glück: Weil die Sieger in ihrer Handicap-Klasse, Walter Gröling und Jürgen Wache, als Finalisten des Vorjahres gesperrt sind, darf sie nun nach Kitzbühel in Tirol fahren.