Fernsehen

Trotz Thematik: Die Schlikkerfrauen haben Spaß am Set

Besuch bei den Dreharbeiten des Janson-Films in Spandau

Wenn Annette Frier Rosentattoos und Katharina Thalbach eine blaue Kittelschürze trägt, steckt meist ein Regisseur dahinter. Zusammen mit Sky du Mont, Shadi Hedayati und Sonja Gerhardt stehen die beiden Schauspielerinnen derzeit in Spandau für den Sat.1-Film „Die Schlikkerfrauen“ von Uwe Janson vor der Kamera.

Das Drehbuch ist inspiriert vom Schicksal der Mitarbeiterinnen der Drogeriekette Schlecker nach der Insolvenz vor zwei Jahren und erzählt die Geschichte von vier Frauen als Komödie. „Ich finde das die einzig richtige Herangehensweise“, sagte Sky du Mont beim Setbesuch am Donnerstagnachmittag. „Wenn man so eine Geschichte mit dem erhobenen Zeigefinder erzählt, dann hören die Leute nicht zu.“ Der gleichen Meinung war auch Annette Frier, obwohl sie den Hintergrund des Films gar nicht zum Lachen findet. „Was damals mit den Frauen passiert ist, ist natürlich eine Sauerei“, sagte Frier, die in ihrer Schulzeit selbst einmal in einem Supermarkt gejobbt hat. „Das ist wahnsinnig anstrengend.“ Durch Gespräche mit Frauen wie Nicole Zocher, ehemalige Schlecker-Frau und am Set als Beraterin dabei, habe sie erst erfahren, wie die Situation der Mitarbeiterinnen tatsächlich gewesen sei. „In vielen Fällen waren die Frauen allein für eine Filiale verantwortlich. Um Strom zu sparen, durfte nicht mal ein privates Handy bei der Arbeit geladen werden, das ist schon absurd“, so die Schauspielerin.

Wie gut – da zeigten sich die Hauptdarsteller am Donnerstag einig –, dass es bei ihnen mit der Schauspielkarriere geklappt hat. „Ich wäre sonst Nonne geworden“, so Katharina Thalbach.