Mittag mit

Rolf Schmidt

Jede Woche trifft Alexandra Kilian einen Menschen der Stadt zum Lunch. Heute: Rolf Schmidt, erster Sternekoch des „Hotel Palace“, seit 2007 gastronomischer Berater der Laggner-Gruppe, in der Gendarmerie. Es gibt: Schnitzel.

Sie feiern 65. am Sonnabend. Schon alles geplant?

Ich habe gar nichts geplant. Aber ein Freund von mir, Dieter Lukowski, Ex-Sprecher von Helmut Kohl. Ein toller Mensch, dessen Schwiegereltern im Schwarzwald am Schluchsee zwei Hotels haben. Dort organisiert er für mich meinen Geburtstag, mit Reiner Calmund, sofern es die WM zulässt, Thomas Kammeier, Thomas Kurt. Nur Freunde und Familie, die es gut mit mir meinen.

Niemand aus „Palace“-Zeiten?

Nein. Dort bin ich 1999 rausgeworfen worden nach meiner Krankheit. Ich hatte einen Herzinfarkt und einen Schlaganfall. Damals hatte das Restaurant noch sieben Tage die Woche, mittags und abends geöffnet. Als ich aus der Reha kam, hat der damalige Direktor mir gekündigt. Ich hatte mir geschworen, das Haus nie wieder zu betreten.

Letztes Jahr haben Sie dennoch einen Abend dort gekocht, zum 20. Restaurant-Juniläum.

Vor drei Jahren hat mich Michael Frenzel, der heutige Direktor, angesprochen. Wir haben über alles geredet, und er hat mich gebeten – da konnte ich nicht anders.

Was können Berlins Gastronomen noch von Ihnen lernen?

Trendrestaurants sind für mich teils zu oberflächlich, zu kurz gedacht. Wenn ich die sehe – die haben für mich nichts mit Gastronomie zu tun. Dass der „Pauly Saal“ von den Machern vom „Grill Royal“ einen Stern bekommen hat – darüber lacht die ganze Stadt.

Wann planen Sie Ihren Ruhestand?

Ich denke daran, aber noch bin mir nicht sicher, wann. Einerseits würde ich gerne mit dem Arbeiten aufhören und mehr Zeit mit meiner Familie verbringen, andererseits weiß ich nicht, wann der Zeitpunkt kommt und ich meiner Frau auf den Wecker und mir die Decke auf den Kopf fällt. Ich fühle mich auch noch zu jung, um aufzuhören und nichts mehr zu tun zu haben und zum alten Eisen zu zählen.