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„Hinterm Horizont“ zu Besuch in Gedenkstätte

Die Darsteller des Musicals „Hinterm Horizont“ haben am Mittwochmittag die Stasiopfer-Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen besucht, um den Bezug zur Geschichte aktuell zu halten.

Das Musical, das 2011 Premiere feierte, dreht sich um die Liebesgeschichte Udo Lindenbergs zu einem Mädchen aus Ost-Berlin und den damit verbundenen Konflikten, auch mit der Staatssicherheit.

Die Darsteller Rainer Brandt, Johanna Spantzel, Eve Rades, Daniel Rossmeisel, Lars Kemter, Dennis Kornau, und Joachim Paul Assböck wurden vom Direktor der Gedenkstätte Hubertus Knabe und der Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld in Hohenschönhausen in Empfang genommen.

„Ich hatte selbst eine Freundin in Ost-Berlin“, sagte Knabe bei der Begrüßung „daher geht mir ‚Hinterm Horizont’ sehr unter die Haut. Durch das Stück finden auch junge Leute Zugang zu diesem schwierigen Thema und zur Vergangenheit und sind bereit, sich damit auseinanderzusetzen. Das begrüßen wir als Gedenkstätte natürlich sehr.“

Die Darsteller zeigten sich bei der anschließenden einstündigen Führung mit Vera Lengsfeld sehr betroffen. Lengsfeld war im Januar 1988 auf dem Weg zur Liebknecht-Luxemburg-Demonstration in Ost-Berlin verhaftet worden, kam in Untersuchungshaft und wurde dann wegen „versuchter Zusammenrottung“ zu sechs Monaten Haft verurteilt. Statt ihre Haftstrafe anzutreten, gelang es Lengsfeld jedoch mithilfe ihres Anwalts, ins westliche Ausland abgeschoben zu werden.

„Ich war zwar schon mal hier im ehemaligen Gefängnis“, sagte Musical-Darstellerin Eve Rades während der Führung, „aber die Geschichte noch mal aus der Perspektive einer Betroffenen zu hören, das ist noch mal etwas anderes. Wirklich schrecklich, was damals passiert ist!“ Mit bisher rund 1,5 Millionen Karten ist „Hinterm Horizont – Das Berlin-Musical", das am Potsdamer Platz aufgeführt wird, das erfolgreichstes Musical aller Zeiten in der Hauptstadt.