Gesellschaft

La Deutsche Vita in Tiergarten

Zum Nationalfeiertag lädt der italienische Botschafter mit seiner Lebensgefährtin zum Empfang an die Hiroshimastraße

Auf den Nationalfeiertag zu warten, um sie zum ersten Mal offiziell als Gastgeberin an seiner Seite zu präsentieren, ist schon eine Ehre – zumindest, wenn man weiß, wie wichtig Elio Menzione der 2. Juni ist. „Wir haben eine langjährige enge Freundschaft, die sich in den vergangenen zwei Jahren sehr intensiviert hat“, sagt der italienische Botschafter und lächelt. „Ich freue mich, gemeinsam mit ihr heute meine Gäste an diesem Feiertag zu begrüßen.“ Rund 700 Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Gesellschaft waren am Montagabend von ihm und seiner Lebensgefährtin Concetta Adinolfi zum großen Empfang zu Ehren des italienischen Nationalfeiertags in der italienischen Botschaft an der Hiroshimastraße empfangen worden. Eine Herzensangelegenheit für den Vertreter Italiens, der bislang so gut wie immer allein auf dem gesellschaftlichen Parkett unterwegs war. Diesmal nicht - und vielleicht fiel deshalb auch die Gästeliste besonders lang aus.

„Die Feierlichkeiten an diesem Festtag, bei denen an die Werte der Demokratie und Teilhabe am gesellschaftlichen und öffentlichen Leben des Landes erinnert wird, ist ein fester Termin für die italienischen Botschaften auf der ganzen Welt“, sagte Menzione vor den zahlreichen Gästen im Festsaal des historischen Gebäudes. „In Berlin und insbesondere in diesem Palazzo, der zu einem Symbol für die Wiedergeburt Europas nach den schmerzhaften Erfahrungen der Geschichte geworden ist, kommt diesen Feierlichkeiten immer eine sehr große Bedeutung für unser aller Bewusstsein als Europäer zu.“

Besonders die Botschafter-Kollegen, etwa 50 Vertreter anderer Nationen, waren der Einladung Menziones gefolgt, darunter Simon McDonald aus Großbritannien, John B. Emerson aus den USA, der spanische Botschafter Juan Pablo Garcia-Berdoy, sein israelische Kollege Yakov Hadas Handelsman und der Vertreter der Türkei, Hüseyin Avni Karslioglu.

Sie alle stießen mit italienischem Rot- und Weißwein auf Italien an und mischten sich unter die Gäste im Festsaal und im Innenhof, darunter Unternehmerin Alexandra Oetker, der italienische Schloss-Architekt Franco Stella sowie KPM-Chef Jörg Woltmann. Auch das Ehepaar Ulla und Heiner Pietzsch waren gekommen – beide bekennende Italien-Liebhaber.

Als guter Freund des Botschafters kam auch Juan Pablo Garcia-Berdoy, der Botschafter Spaniens. „Wir haben beide das Mittelmeer, dass uns verbindet“, so der Botschafter. „Das ist wie eine große Familie.“ Gesprochen wird bei privaten Treffen dann jedoch kein Italienisch. „Elio Menzione spricht fließend Spanisch, er war Botschafter in Argentinien, das ist schon ein Vorteil für mich“, sagt Garcia-Berdoy und lacht.

Als Ehrengast war der italienische Agrarminister Maurizio Martina geladen, der sich dem Thema des Abends, der Expo 2015 in Mailand, widmete und für Unterstützung warb. „Das Motto der Expo ‚Feeding the Planet, Energy for Life’ stellt uns vor eine wichtige Herausforderung für unsere Zukunft“, so Martina. „Sie bietet der Welt eine großartige Chance, die wir nutzen müssen.“

Bei all der Euphorie für seine Heimat Italien hat Botschafter Elio Menzione nicht vor, so schnell nach Italien zurück zu kehren. „Meine Mutter ist Deutsche und so habe ich hier in Berlin meine deutschen Wurzeln wiedergefunden“, sagt der Botschafter. „Mit den etwa 25.000 Italienern, die hier in der Stadt leben, ist Berlin zwar nicht die italienische Hauptstadt in Deutschland, aber in Bezug auf Restaurants und Lebensart steht Berlin keiner Stadt in etwas nach. Ich lebe gern hier.“