Gesundheit

„Wir müssen ein Zeichen setzen“

Sängerin Sarah Connor wirbt in Berlin für die Suche nach Stammzellenspendern

Jedes Jahr erkranken weltweit mehr als 917.000 Menschen an Blutkrebs. Vielen von ihnen könnte durch eine Stammzellenspende geholfen werden. Weil sich ein geeigneter „genetischer Zwilling“ nur in etwa 30 Prozent der Fälle in der eigenen Familie findet, bringt die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) seit 1991 weltweit Stammzellenspender und Blutkrebspatienten zusammen. Beim erstmalig ausgerufenen Weltblutkrebstag am heutigen Mittwoch sollen durch noch mehr Aufmerksamkeit für das Thema noch mehr Unterstützer gefunden werden. Schirmherrin des Aktionstages ist Sängerin Sarah Connor.

„Ich war schon oft dabei, wenn ein geeigneter Spender gefunden wurde, aber eben auch, wenn es nicht geklappt hat. Wir müssen gemeinsam ein Zeichen setzen und noch mehr tun“, so die Wahlberlinerin, die am Dienstag mit der DKMS zu einer Informationsveranstaltung geladen hatte. So trafen im Umspannwerk am Alexanderplatz zehn geheilte Patienten zum ersten Mal auf ihre Spender. Unter ihnen der zehn Jahre alte Joshua Preis aus Kalifornien, der mit seiner Mutter nach Berlin gekommen war, um sich persönlich bei seiner Lebensretterin Jutta Lüske zu bedanken. „Wir hatten bisher per Mail und über soziale Netzwerke Kontakt, es ist sehr schön, dass wir uns nach all den Jahren endlich kennenlernen“, sagte die sichtlich gerührte Lüske. „Ich habe mich 1999 als Spenderin registrieren lassen, 2006 kam der Anruf, dass ich Joshuas genetischer Zwilling bin.“

Auf diesen Anruf hofft auch Nina Moghaddam. Die Moderatorin engagiert sich seit Jahren für die DKMS. Viele Menschen hätten aus Unwissenheit Berührungsängste, glaubt sie. „Sie verwechseln Knochenmark mit Rückenmark und befürchten, sie könnten nach dem Eingriff querschnittsgelähmt sein.“ Tatsächlich erfolgt die Stammzellengewinnung über die periphere Stammzellspende aus der Blutbahn oder bei der Knochenmarkspende über eine Entnahme aus dem Beckenkamm. „Meistens ist man noch am gleichen Tag wieder fit“, erklärte Moghaddam. Am Mittwoch wird sie am Reichstag für eine Registrierungsaktion für die kleine Neele werben. Unterstützt durch die Basketballer von Alba Berlin sucht die 18 Monate alte Berlinerin zwischen zehn und 20 Uhr nach einem Spender.