Happiness-Kongress

„Glück kommt selten allein“

Palina Rojinski und Eckart von Hirschhausen führen durch den Berliner Happiness-Kongress

Was bedeutet eigentlich Glück? Diese Frage soll am Wochenende beim Happiness-Kongress im Soho House gestellt werden. Durch die Veranstaltung führen Moderatorin, Schauspielerin und DJane Palina Rojinski und Eckart von Hirschhausen, Kabarettist und Mediziner. Wir haben mit ihnen vorab über ihr Verständnis von Glück gesprochen.

Berliner Morgenpost:

Herr von Hirschhausen, wie muss man sich als Laie die Arbeit eines Glücksforschers vorstellen?

Glück ist ein unglücklicher Begriff, weil es so viele Facetten hat, von dem Glück über die Geburt eines Kindes, dem Glück einer Tafel Schokolade, dem Glück, beim Erklimmen eines Berges über sich hinauszuwachsen – bis hin zum Glück beim gemeinsamen Singen. Das sind alles sehr unterschiedliche Dinge. In der Forschung erfragt man das „subjektive Wohlbefinden“ und bittet die Menschen nach einer Selbsteinschätzung. Wir wissen eigentlich, sowohl für uns als auch für Menschen in unserer Umgebung, recht gut, wie glücklich jemand ist.

Können Sie uns als Mediziner erklären, was im Körper passiert, wenn ein Mensch glücklich ist?

Die Auswirkungen von Stress und negativen Gefühlen sind bestens bekannt und viel wurde untersucht, was uns krank macht. Erst in den letzten 30 Jahren wurde die Frage umgedreht: Was hält uns gesund? Positive Gefühle, Humor und starke soziale Bindungen – um nicht zu sagen Liebe – sind ganz wichtige Faktoren für die körperliche und seelische Gesundheit und stärken die „Resilienz“, unsere Widerstandskraft gegen Schicksalsschläge. Messen kann man das in harten Fakten wie Blutdruck und Gerinnungsfaktoren, an Hormonen im Blut und Hirn und letztlich weiß das jeder, der selber Mensch ist.

Wie glücklich sind Ihrer Meinung nach die Berliner oder gar die Deutschen?

Berliner sind manchmal etwas grantiger, als sie eigentlich sind, um jedem auf der Straße zu signalisieren: „Ick bin keen Touri, ick war schon immer hier!“ Großstadt ist anstrengend, gleichzeitig auch anregend. Die Deutschen tun sich allgemein etwas schwer, leicht zu sein. Es ist vor allem der Neid und das ständige Vergleichen und Definieren von sich und anderen über Status und Konsum, der unglücklich macht.

Was macht Sie persönlich glücklich?

Glück kommt selten allein. Ich freue mich an Familie, Freunden, Ferien – da brauche ich nichts Besonderes dazu.

Wenn Sie unglücklich sind, haben Sie dann ein Rezept für gute Laune?

Wenn ich nicht so gut drauf bin, ziehe ich mich schon mal zurück. Ich schwimme sehr gerne, singe und spiele Gitarre. Mir tut außerdem Meditation gut: einfach mal zehn Minuten auf ein Kissen setzen, Klappe halten und atmen. Das kann ich nur empfehlen.