Pokalsieg

Die lange Party-Nacht der Bayern

Nach dem Pokalfinale feierten die Sieger noch bis in die Morgenstunden

120 Minuten Spielzeit brauchte es am Ende, bis feststand, dass der FC Bayern München als Sieger aus dem DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund hervorgehen würde. Und nach dem Abpfiff im Olympiastadion sollte es für den Deutschen Meister am Sonnabend noch eine lange Nacht werden.

Wie bereits Ende März, als die Bayern gegen Hertha BSC so früh wie noch keine andere Mannschaft in der Geschichte der Bundesliga die Meisterschaft gewonnen hatten, wurde auch dieses Mal wieder viel spekuliert, wo die Jungs von Pep Guardiola in Berlin ihren Sieg feiern würden. Die zuvor als Favorit gehandelte Party mit dem holländischen House-DJ Afrojack in der „Puro Sky Lounge“ stellte sich schnell als Finte heraus. Stattdessen ging es für die Spieler zunächst einmal zum traditionellen Bankett in die Telekom Hauptstadtrepräsentanz an der Französischen Straße. Ein Pflichttermin, den auch angeschlagene Spieler wie Philipp Lahm und Franck Ribéry nicht verpassen wollten, um sich ihr Lob vom Trainer und Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge abzuholen.

Während sich in Mitte die offiziellen Feierlichkeiten langsam auflösten, packte einige Spieler dann doch noch die Partywut. Glücklicherweise hatte Bastian Schweinsteiger, der das Finale wegen einer Knieverletzung nur von der Bank aus verfolgen konnte, bereits vorgesorgt und im In-Club „Avenue“ im Café Moskau den VIP-Bereich reserviert. Dort wurden der Organisator und seine Kollegen bereits von prominenten Bayern-Fans wie „Germany’s next Topmodel“-Juror Thomas Hayo und Designer Michael Michalsky erwartet, als sie gegen drei Uhr morgens an der Karl-Marx-Allee vorfuhren. Allen voran ließ sich Torhüter Manuel Neuer, flankiert von Securitys, den Weg durch die feiernden Menschenmassen weisen. Ihm folgten Arjen Robben, Thomas Müller, Claudio Pizarro, Javi Martínez und Co-Trainer Hermann Gerland. In einem abgesperrten Bereich neben der Tanzfläche erwarteten die Fußballer bereits Wodkaflaschen in Magnumgröße und die dazugehörigen Mixgetränke. Von der Decke, die mit rot-weißen Luftballons geschmückt war, rieselten Konfetti-Streifen.

„Heute feiern wir so richtig“, ließ Manuel Neuer verlauten und setzte seinen Plan sogleich in die Tat um. Innerhalb kürzester Zeit wurden Tische und Sofas zu Tanzflächen umfunktioniert, während Arjen Robben sich eine Siegerzigarre ansteckte und Claudio Pizarro und Thomas Müller lauthals in „Wonderwall“ von Oasis einstimmten. Wo die Bayern feiern, durfte aber auch die Vereinshymne nicht auf der Playlist fehlen – auch hierfür hatte Bastian Schweinsteiger persönlich gesorgt. Um vier Uhr sang der ganze Club vom „Stern des Südens”. Erst um sieben Uhr, als es draußen schon längst wieder hell war, wurde auch im „Avenue“ das Licht ausgeschaltet.