Golfgeflüster

Lieber Rasen als Parkett

Petra Götze über Handicaps und Häppchen

Was machen Diplomaten, wenn Sie nicht auf Empfängen herumstehen? Golfspielen zum Beispiel. Jedenfalls wenn es nach Mania Feilcke-Dierck geht, die sich als Präsidentin des Ambassadors Clubs zur Golfbotschafterin ernannt hat, um auch die Vertreter kleiner und weniger golfaffiner Länder auf den Platz zu holen. Und sie dabei für die Schönheit der brandenburgischen Natur zu begeistern. Im Märkischen Golfclub in Phöben trafen sich am Sonnabend die Botschafterinnen aus Mauritius, El Salvador, dem Kongo und Burkina Faso, um sich im Schnupperkurs mit dem Schläger vertraut zu machen, während die golfenden Botschafter aus Namibia, Brunei und Malaysia zur 18-Loch-Runde auf dem anspruchsvollen Fontane Course antraten. Zur Überraschung seiner Kollegen spielt der neue Botschafter Irlands, Michael Collins, kein Golf, was für Vertreter der Grünen Insel eher ungewöhnlich ist – und sich nun ändern soll. „Alle unsere Freunde zu Hause haben tolle Handicaps, das müssen wir jetzt aufholen“, sagte seine Frau Marie. Die Botschafter aus Malaysia und Brunei tragen beide den Nachnamen Ahmad und traten beide mit Handicap 18 an – waren aber ein wenig aus der Übung. Von den beeindruckend weiten Abschlägen des Malaien verschwanden zu viele im Wald, sodass ihm sein Kollege aus Brunei mit ein paar Bällen aushelfen musste. Der wiederum unterschätzte die zahlreichen Wasserhindernisse und gelobte für die nächste Runde Besserung.

Drei Mal wird noch im Märkischen Golfclub geübt, bis es im September um den Ambassadors Cup geht, eine Lalique-Glasskulptur, die bis dahin die Residenz von Vorjahressieger Ken Osinde, Botschafter von Kenia, schmückt.