Theater

Lektionen fürs Leben von Samuel Finzi

Samuel Finzi sitzt vor dem Deutschen Theater und blinzelt in die Sonne.

Seit ein paar Tagen probt der Schauspieler hier „Warten auf Godot“. „Ich habe Beckett noch nie gespielt. Ich finde, es wurde aber Zeit“, sagt er. Immerhin gelte das Stück als Meilenstein der Theaterliteratur. Um dem gerecht zu werden, brauche man als Schauspieler Lebenserfahrung, glaubt der gebürtige Bulgare: „Man muss ein paar Rückschläge eingesteckt und Glücksmomente erlebt haben – es hilft zu wissen, was auf dieser Welt alles möglich ist.“

Ein solches Stück Lebenserfahrung dürfte Samuel Finzi auch durch seine Mitwirkung an dem Film „Die Erfindung der Liebe“ gesammelt haben, der seit 1. Mai im Kino läuft. Die Hauptdarstellerin Maria Kwiatkowsky verstarb während der Dreharbeiten, sodass Regisseurin Lola Randl das Drehbuch komplett umschreiben musste. „‚Die Erfindung der Liebe’ ist unfreiwillig auch ein Stück Lebensgeschichte geworden“, sagt Samuel Finzi. „Doch ist es ein Glück, dass der Film so gut geworden ist.“ Bedenken, den Film weiterzudrehen, hatte der 48-Jährige nicht. „Keiner der Schauspieler hat nur einen Moment darüber nachgedacht, nach dem Tod von Maria aus dem Projekt auszusteigen”, sagt er. „Das Leben ist eben manchmal unangenehm, auch für die, die am Leben bleiben. Wenn jemand kritisiert, dass wir das Projekt trotzdem weitergeführt haben, dann sage ich ihm: Ich bin am Leben, was soll ich machen. Es hört nicht auf.”