Gourmet-Preis

„Solange ich Freude am Kochen habe, mache ich weiter“

Er kochte für Helmut Kohl und Angela Merkel, für Arnold Schwarzenegger und Michael Schumacher – und regelmäßig für den FC Bayern. Sternekoch Alfons Schuhbeck wird kommenden Freitag 65 Jahre alt.

Berliner Morgenpost:

Seit rund 40 Jahren sind Sie Koch. Wie hat sich die Gastronomie in Deutschland verändert?

Alfons Schuhbeck:

Die Freude am Genuss als Hauptmotiv für den Besuch ist geblieben. Die Gäste achten zunehmend auf Leichtigkeit, Bekömmlichkeit und Vielseitigkeit ihres Essens. Sie bevorzugen kürzere Menüs, sind lockerer geworden, offener für neue Geschmackserlebnisse.

Man hört, Sie legen selbst viel Wert auf Stil. Wer bei Ihnen isst, darf angeblich nicht vom Teller des Partners probieren.

Dieser Schmarrn wird immer wieder anonym im Internet verbreitet. Zuerst traf es vor 20 Jahren den ehrenwerten KollegenDieter Müller, später mich. Die armen Irren, die da bösartig schwafeln, mussten bislang jeden Beweis schuldig bleiben. Was sollten wir Köche dagegen haben, wenn Gäste ihre Freude teilen möchten, in dem sie von ihrem Teller probieren lassen oder die Teller tauschen?

Keine Ahnung. Verraten Sie uns Ihr Erfolgsgeheimnis?

Ich höre meinen Gästen sehr gut zu, höre auch hin, wenn sich Ärzte, Sportler, Idealgewichtige über Ernährung unterhalten. Ich lege nie die Hände in den Schoß, denke immer positiv und grüble nicht viel darüber, warum eine Tür zugegangen ist, sondern schaue, wo die nächste aufgehen könnte.

Wie lange machen Sie noch weiter?

Mein Beruf stellt mich jeden Tag vor Herausforderungen, die den Geist wach halten. Solange ich Freude am Kochen habe und die nötige Leidenschaft bei der Arbeit bewahren kann, mach’ ich weiter. Ich habe erst kürzlich Verträge um zehn Jahre verlängert und werde also bis zum jüngsten Gericht an dem Patentrezept arbeiten, jedem Gast das Vergnügen machen zu können, das er gern hätte.