Gourmet-Preis

Ein Preis, zwei Besucher, 16 Sterne

Beim „Großen Gourmet Preis“ treffen sich die Berliner mit den internationalen Kochkollegen

Reizüberflutung tritt ein, „wenn eine (Über-)Fülle an Reizen, über einen bestimmten Zeitraum und meist gleichzeitig, auf unsere Sinne einwirkt. Dieser Zustand kann zu einer enormen Belastung führen“, sagt Autor und Zeitmanagementtrainer Burkhard Heidenberger. Wenn zwei Sterneköche und drei Zwei-Sterneköche der Haupstadt, ein Drei-Sternekoch aus Wolfsburg und ein Drei-Sternekoch aus Paris unterstützt vom „Classic meets Cuba“-Programm des zweifach mit dem „Echo Klassik“ gekrönten Quintetts „Klazz Brothers & Cuba Percussion“ für sieben Gänge mit Weinbegleitung sorgen, dürfte dieser Zustand erreicht werden.

Am Sonntagabend hatte die „desas Agentur für Medienkommunikation“ mit Unterstützung des „Maritim Hotel Berlin“ in das Haus an der Stauffenbergstraße eingeladen. Nach Amuse Bouche vom ansässigen Küchenchef André Walker übernahm Zwei-Sternekoch Daniel Achilles aus dem „Reinstoff“ den ersten Gang. Auf seinen Teller mit Grünkost in Molke gegart, Cedrat-Zitrone und Imperial Kaviar, folgte Hendrik Otto mit einer Kreation von Kaninchenläufchen, Kichererbse, Wurzelgemüse, Fenchel und Chorizo. Der Zwei-Sternekoch aus dem „Lorenz Adlon Esszimmer“ durfte am Abend zum zweiten Mal in Folge den „Großen Gourmet Preis Berlin“ entgegennehmen. Ein jährlich von „desas“ aus den Rankings der leitenden Restaurantführer wie dem „Michelin“ und dem „Gault Millau“ ermittelter Preis – und Anlass der Gala.

Eigentlich. „An einem solchen Abend ist es doch am schönsten, dass sich Berlins Köche einmal im Jahr treffen“, sagte Otto. „Ich hab’ den Lohse ewig nicht gesehen“, freute sich auch Sternekoch Marco Müller aus dem „Rutz“ über Christian Lohse aus dem „Fischers Fritz“, bevor er Zwei-Sternekollege Michael Kempf aus dem „Facil“ auf die Schulter klopfte. Roel Lintermans, Sternekoch aus dem „Les Solistes by Pierre Gagnaire“ hatte gleich noch einen Kollegen mitgebracht – seinen Chef aus Paris. Pierre Gagnaire saß unter den Gästen und freute sich, dass als Gastkoch mit einem eigenen Gang nicht er, sondern sein deutscher Drei-Sternekollege Sven Elverfeld aus dem „Aqua“ in Wolfsburg an die Töpfe hinter der Bühne musste.

Nach fünf Stunden mit Musik und Moderation im Ballsaal, Grünkost, Kaninchen, Carabinero von Müller, Müritz Saibling von Kempf, Reis-Allerlei von Elverfeld, Masthahn von Lohse und Rosa-Baiser von Lintermans war sie da, die Reizüberflutung. Dass dieser Zustand zur Belastung geführt hätte, lässt sich jedoch nicht bestätigen.