Preisverleihung

Deutscher Hörfilmpreis: Das Sichtbare hörbar machen

Spannende Verfolgungsjagden, rührende Liebesgeschichten und beeindruckende Naturschauspiele – damit auch Menschen, die nicht oder nur schlecht sehen können, das Geschehen auf der Kinoleinwand und im Fernsehen verfolgen können, gibt es Hörfilme.

Diese mit Audiodeskription aufbereiteten Werke für Blinde und Sehbehinderte standen am Dienstagabend bei der zwölften Verleihung des Deutschen Hörfilmpreises im Mittelpunkt. Im historischen Atrium der Deutschen Bank Unter den Linden wurde in der Kategorie TV die ZDF-Produktion „Blutgeld“ ausgezeichnet. Das Drama „3096 Tage“ erhielt die Auszeichnung in der Kategorie Kino. Mit dem Publikumspreis wurde die TV-Serie „Dahoam is Dahoam“ gewürdigt.

„Ein guter Hörfilm zeichnet sich vor allem durch prägnante Beschreibungen aus, die in der kurzen Zeit zwischen den Sprechpausen untergebracht werden müssen“, sagte die blinde Sängerin Joana Zimmer. Wenn sie ins Kino gehe, gebe es seit Kurzem eine App mit der Hörfilmfassung. Ansonsten übernehme eine Freundin die Rolle der Zuflüsterin. Die Schirmherrschaft des Preises, den seit 2002 der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. verleiht, hatte Christine Neubauer übernommen. „Eine rassige, dunkelhaarige Frau betritt den Raum“, so ihre Wunschbeschreibung in einer Hörfilmform ihrer Filme.

Die Gala mit Gästen wie Karoline Herfurth, Eva Habermann und Claudia Roth eröffnete die Jazz-Sängerin Caro Josée. Bevor es losgehen konnte, erfolgte eine Beschreibung aus dem Off von Bühne und Moderator Michael Steinbrecher: „Aus Überzeugung ohne Krawatte, dafür mit Locken, die nicht unter Kontrolle zu kriegen sind.“