Kino

Emma Watson und der Weltuntergang

Mit internationalem Team feiert das Bibel-Epos „Noah“ Premiere im Zoo-Palast

Gigantische Landschaftsaufnahmen, aufwendige Szenen mit hunderten Schauspielern, Weltuntergangsstimmung – und mittendrin ein Mann, der von Gott eine schicksalhafte Aufgabe bekommt: Am Donnerstagabend feierte im Zoo Palast Darren Arnofskys Bibel-Epos „Noah“ seine Europa-Premiere. Darin spielt Oscar-Preisträger Russell Crowe den Mann, der von Gott beauftragt wird, mit einer Arche ausgewählte Menschen und Tiere vor der Sintflut zu retten.

Der Hauptdarsteller selbst war der Premiere in Berlin zwar fern geblieben. Dafür gaben sich aber der Regisseur sowie Crowes Kollegen Jennifer Connelly, Emma Watson und Ray Winstone die Ehre. Alle zeigten sich begeistert über den herzlichen und lautstarken Empfang in Berlin. Bereits Stunden vor Beginn des Films hatten zahlreiche Fans vor dem Kino gewartet, in der Hoffnung, ein Autogramm oder ein Ticket zu ergattern. „Es ist schön, wieder hier zu sein“, sagte Jennifer Connelly, die erst im Februar bei der Berlinale über einen roten Teppich in der Hauptstadt gelaufen war. Darren Arnofsky hingegen freute sich besonders über den Ausblick auf die Gedächtniskirche. „Das ist meine Lieblingskirche. Immer, wenn ich in Berlin bin, statte ich ihr einen Besuch ab“, so der US-Regisseur. Für Darren Aronofsky, der spätestens mit dem Thriller „Black Swan“ seine Oscar-Qualitäten unter Beweis gestellt hat, ging mit der Verfilmung des biblischen Stoffes ein lang gehegter Traum in Erfüllung: „Ich habe mit 14 ein Gedicht über Noah geschrieben, seitdem wollte ich diesen Film machen.“

Rund 125 Millionen Dollar hat er für die aufwendigen Dreharbeiten in die Hand genommen. Neben Jennifer Connelly, die die Ehefrau Noahs spielt, Hauptdarsteller Crowe und Harry-Potter-Star Emma Watson, die die Schwiegertochter des Arche-Erbauers spielt, hat er auch Hollywood-Stars wie Anthony Hopkins und Nick Nolte verpflichtet. Beide waren, genau wie Crowe, nicht zur Premiere nach Berlin gekommen.

Eine sehenswerte Besetzung sind sie dennoch allemal. Schade für Kinofans in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Bahrain und womöglich noch anderen arabischen Ländern wie Ägypten, Jordanien und Kuwait, die den Film nicht sehen dürfen. Dort wurde der Film schon vor seinem Erscheinen auf den Index verbannt. Zur Begründung heißt es, der Film würde „den Lehren des Islam widersprechen“, weil er heilige Personen abbildet. Auch im Koran spielt Noah, der dort als Nuh auftaucht, eine prominente Rolle. Er ist der erste Prophet, der das Wort Allahs den Menschen verkünden durfte.

Aber auch in den USA protestierten Christen gegen den Film. Ihre Kritik: Die recht freie Interpretation des Themas – die den Film erst zu einem Actionfilm macht – mache aus biblischem Stoff seichte Massenunterhaltung. Eine Meinung, die Darren Arnofsky nicht gelten lassen will. „Erstens ist ,Noah‘ kein Actionfilm und zweitens glaube ich, dass alle Skeptiker anderer Meinung sein werden, wenn sie den Film erst einmal gesehen haben“, sagte er in Berlin.

„Noah“ läuft in der ersten April-Woche in Deutschland an, für die USA ist der 28. März angesetzt.