Für den guten Zweck

„Als Unternehmer hat man in Berlin eine Vorbildrolle“

Axel und Eric Schweitzer engagieren sich mit ihrer Charity-Veranstaltung für krebskranke Kinder

Seit 13 Jahren lädt die Alba Group zur großen Benefizgala. Der Erlös der Charity-Veranstaltung kommt dem Verein Kinderleben zugute, der die Tagesklinik an der Charité und ein Kinderkrebsforschungszentrum betreibt. Da die Kosten der Veranstaltung durch die Alba Group gedeckt werden, fließt der gesamte Erlös in den Verein, dessen Vorsitzende Ellen von Hartz-Geitel ist. Jeder Gast erwirbt eine Eintrittskarte für 333,33 Euro. In den vergangenen Jahren kamen so mehr als 2,2 Millionen Euro zusammen. Rund 250 Gäste erschienen bei der diesjährigen Gala am Freitagabend im Ballsaal des Hotels „Grand Hyatt“ am Potsdamer Platz. Darunter Guido Westerwelle, Jan Eder (IHK) und Lore Maria Peschel-Gutzeit.

Durch den Abend führte Kinderleben-Sonderbotschafterin und Entertainerin Gayle Tufts. Neben einem mehrgängigen Dinner (Milchkalbsrücken, Frischkäseravioli, Havelzander, Vanille Risotto) waren Auftritte von Kabarettist Sascha Grammel und den Berlin Comedian Harmonists Bestandteil des Programms. Alle Künstler verzichten traditionsgemäß zugunsten von Kinderleben auf ihre Gagen. Den Gastgebern Axel und Eric Schweitzer, Vorstandsvorsitzende der Alba Group, ist die Unterstützung des Vereins ein persönliches Anliegen. Alexandra Kilian sprach mit Eric Schweitzer.

Berliner Morgenpost:

Seit Jahren engagieren Sie sich für krebskranke Kinder – wie kam der Kontakt zu Kinderleben zustande?

Eric Schweitzer:

Das Ganze fand im Jahr 1997 seinen Anfang. Mein Vater war im Virchow-Klinikum in Behandlung und sah beim Verlassen der Klinik Kinder auf Fensterbänken sitzen. Wenn mein Vater Kinder leiden sah, ist ihm immer das Herz aufgegangen. Er hat dann gefragt, wie es denn sein kann, dass im 20. Jahrhundert kranke Kinder, wie in diesem Fall krebskranke Kinder, noch auf Fensterbänken auf ihre Behandlung warten müssen. Es hieß, dass es keine Räumlichkeiten gebe. An diesem Punkt hat er beschlossen, sich darum zu kümmern, dass sich das ändert. Er hat Ellen von Hartz-Geitel kennengelernt und daraus ist die Idee entstanden, Kinderleben zu gründen. Und wie immer, wenn die richtigen Menschen mit gleicher Zielrichtung zusammenkommen, können sie gemeinsam etwas bewirken.

Welche Projekte liegen Ihnen noch am Herzen?

Es gibt eine Vielzahl unterstützenswerter Projekte in Berlin – das steht fest. Als Alba Group haben wir uns frühzeitig dafür entschieden, uns auf zwei Eckpfeiler unseres gesellschaftlichen Engagements besonders und langfristig zu konzentrieren: Kinderleben und Alba Berlin Basketball. Wir sind grundsätzlich der Überzeugung, dass wir als Unternehmer in dieser Stadt eine Vorbildrolle haben. Das bedeutet: Wir tun etwas für die Stadt, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Wenn jeder etwas für die Gesellschaft tut, unabhängig von seiner persönlichen Steuerzahlung, dann geht es ihr besser. Wir sind dem Prinzip des ehrbaren Kaufmannes verpflichtet. Deshalb engagieren wir uns auch beim Basketball. Wir stehen gesellschaftsrechtlich und finanziell für das Profiteam ein. Und, was viele nicht wissen: Gleichzeitig machen wir die umfangreichste Jugendarbeit in ganz Deutschland.

Bei welchen Projekten/Patienten von Kinderleben waren Sie bereits selbst zu Besuch? Gibt es ein einschneidendes Erlebnis mit einem Patienten, von dem Sie uns erzählen möchten?

Mein Bruder und ich sind ein bis zweimal jährlich in der Tagesklinik. Bei einem dieser Besuche vor einigen Jahren habe ich dort beispielsweise den siebenjährigen Max getroffen, der seit seinem dritten Lebensjahr Krebs hatte. Er hatte zu dem Zeitpunkt nur noch eine Lebenserwartung von maximal ein bis zwei Jahren und einen Riesentraum: Eine Autogrammkarte von Michael Schumacher. Mit einigen Helfern haben wir es geschafft, dass Max zwei oder drei Monate später mit seinem Vater und einem Arzt zu Schumacher nach Maranello an den Ring durfte und sich länger mit ihm unterhalten konnte. Auch wenn das leider nicht geholfen hat, seinen Kampf gegen die Krankheit zu gewinnen, so war es seinen Eltern und uns am Ende doch ein kleiner Trost, dass wir ihm diesen Traum erfüllen konnten.

Es heißt, es werden keine Eintrittskarten verschenkt – auch dieses Jahr nicht? Welcher Prominente wurde dennoch zur Unterstützung geladen?

Die Art unserer Spendengala ist in Deutschland einzigartig. Jeder Gast, auch wir selbst als Gastgeber, zahlt als Mindestspende 333,33 Euro für den Eintritt. Es kommen in der Regel an die 300 Persönlichkeiten und es gibt keine einzige Gratiskarte, um Prominente anzulocken. Die Erlöse gehen komplett an den Verein Kinderleben. Unser Unternehmen trägt die Kosten für die Gala. Die Künstler, die dort auftreten, verzichten auf ihre Gage. Seit 2001 haben wir so mehr als 2,2 Millionen Euro für Kinderleben eingenommen. Und dabei ist unser Anliegen eben nicht die öffentliche Aufmerksamkeit. Es geht uns darum, für das Wichtigste auf der Welt, nämlich Kinder, möglichst viel zu erreichen.

Auf welchen Auftritt in diesem Jahr haben Sie sich besonders gefreut?

Es ist uns besonders wichtig, dass wir auf unserer Gala ein insgesamt hochkarätiges Showprogramm anbieten können. Und das haben wir bisher auch immer geschafft, was mich durchaus stolz macht. Da mag und kann ich mich auch gar nicht zwischen den einzelnen Künstlern entscheiden. Wie in diesem Jahr: Ob nun die Berlin Comedian Harmonists oder Sascha Grammel: Beide Showacts waren gleichermaßen erstklassig und haben uns allen große Freude bereitet. Auch dass Gayle Tufts die Gala wie in den vergangenen Jahren unterstützt und durch den Abend geführt hat, war ein Highlight, das wir sehr zu schätzen wissen.

Gab es eine Neuerung in diesem Jahr, eine Überraschung?

Als Highlight konnten wir in diesem Jahr erstmalig die Designerin Jette Joop als Unterstützerin der Veranstaltung gewinnen: Sie hat einen exklusiven Pin für die Veranstaltung designt. Der Pin ist Kinderleben gewidmet und trägt das Symbol des Vereins – einen gelben Kringel. Das Schmuckstück wurde den Gästen als Dankeschön für ihre Spenden im Laufe des Gala-Abends überreicht. Bereits seit September 2003 ist Jette Joop Kinderbotschafterin des Deutschen Roten Kreuzes und engagiert sich in mehreren Projekten des Deutschen Roten Kreuzes für Kinder und Jugendliche.