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Keine Gedanken zum Rücktritt

Die evangelische Pastorin und Autorin Margot Käßmann möchte nicht als „Rücktritts-Expertin“ herhalten.

Wenn Prominente ihre Ämter aufgäben, werde sie nach wie vor zu Talkshows eingeladen, als ob sie Fachfrau für gutes Zurücktreten wäre, sagte die frühere Landesbischöfin und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche (EKD) in Berlin. Solche Auftritte lehne sie ab. Vielmehr sehe sie eine zunehmende „Skandalisierung menschlicher Schwächen“, die den Personen nicht gerecht werde. Käßmann war vor vier Jahren nach dem Vorwurf einer Autofahrt unter Alkoholeinfluss von Ämtern als Bischöfin und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland zurückgetreten. Sie sei damals ihrem Bauchgefühl gefolgt, auch wenn viele ihr andere Ratschläge gegeben hätten. Käßmann warnte davor, Menschen zu schnell aufgrund medialer Berichterstattung zu bewerten. „Es ist normal, dass Menschen Fehler machen, entsprechend müssen sie dann auch menschlich behandelt werden.“