Empfang

Lunch der Länder

Nordrhein-Westfalen und Hessen laden zum Essen ein. Am Donnerstag folgt Bayern

Er hat nun mal Hunger. Jürgen Vogel sitzt Dienstagmittag gegen 13.30 Uhr im „Café am Neuen See“ und lässt sich den Salat mit Erbs-Radieschen schmecken. Bevor die anderen Gäste vor Ort – und das Essen eröffnet ist. „Ich muss jetzt wieder weg“, sagt Vogel zehn Minuten später, drückt schnell Christiane Paul und Oskar Roehler , die ihm in diesem Moment entgegenkommen – „Das ist doch nett, den trifft man ja so selten“ –, und verschwindet.

Am Dienstagmittag hat die Film- und Medienstiftung NRW zum Lunch in das Restaurant von Roland Mary in Tiergarten geladen. 150 Gäste, die alle Teil der 29 von der Stiftung geförderten Berlinale-Filme sind. Darunter „Die geliebten Schwestern“ mit Florian Stetter und Hannah Herzsprung, „Zwischen Welten“ von Feo Aladag sowie „Nymphomaniac“ von Lars von Trier mit Charlotte Gainsbourg , Shia LaBeouf und Uma Thurmann. „Von Trier hat unseren gesamten Ablauf am Sonntag geschrottet“, begrüßt Gastgeberin Petra Müller die Gäste mit einem Lachen. Nach dem „tumultuösen Tag“ mit dem Besuch des „Nymphomaniac“-Casts beim NRW-Empfang freue man sich heute auf ein gemütliches Beisammensein. Mit der Nachricht, dass es nach dem Gerd-Ruge - dieses Jahr nun auch ein Wim-Wenders -Stipendium seitens der Stiftung geben werde. Dass der Herr Vogel schon habe gehen müssen, sei zu entschuldigen. „Er musste was essen und dann gehen.“ Woraufhin die Kollegen lachen – und sich an Maispoularde und Havelzander machen: Katharina Schüttler am Tisch in der Mitte mit Sebastian Blomberg und Johannes Naber , Peter Lohmeyer mit seinem Sohn Louis Klamroth am Fenster, Katja Riemann und Joachim Król mit Rafaela Wilde, der Justiziarin des Verbands der Film- und Fernsehproduzenten NRW.

Im kleineren Kreis hat sich parallel in der Hessischen Landesvertretung ein anderer Teil der Berlinale-Gesellschaft getroffen. „Ich freue mich, dass Sie alle so zahlreich erschienen sind“, begrüßt Boris Rhein , Hessischer Minister für Wissenschaft und Kunst, seine Gäste. Für diese bedeutete der Empfang mit Hirschbuletten, Minz-Ravioli und Kartoffelecken ein Durchatmen zur Halbzeit des Filmfestivals. Produzentin Alice Brauner ist mit ihrem Mann Michael Zechbauer gekommen. Sie wirkt wesentlich wacher als ihr Ehemann. „Na ja, ich glaube, ich habe einen ganz normalen Energiespeicher, meine Frau hat irgendwie einen besonders starken Super-Akku“, scherzt Zechbauer. Schauspielerin Bibiana Beglau bezeichnet sich auch als noch „fit“ und sagt: „Wenn man von einer Filmförderung eingeladen ist, sollte man kommen – immerhin machen es diese Einrichtungen möglich, dass wir unseren Job ausüben können.“ Am Donnerstag lädt daher auch die Bayerische Landesvertretung, die Vogels Film „Stereo“ ebenfalls gefördert hat. Was ihn heute, beim NRW-Lunch, so früh habe gehen lassen? „Was Privates“, sagt er, „aber den Salat hab’ ich immerhin noch geschafft.“