Panorama

Landflucht eines schwulen Fußballers

Viharsarok: Es ist der Film der Stunde.

Mit dem Comingout von Fußballer Thomas Hitzelsperger und den gerade stattfindenden Olympischen Spielen in Sotchi mit den russischen Propagandagesetzen gegen Homosexuelle bekommt das Drama „Viharsarok (Sturmland)“ von Ádám Császi zusätzliche politische Relevanz. Darin geht es, zumindest zu Beginn, um die Männerwelt eines deutschen Fußballvereins mit ihren Ritualen. Szabi (András Süto) kommt bald mit dem Druck nicht mehr klar, auch weil seine Mannschaftskameraden nicht wissen dürfen, dass er schwul ist. Er schmeißt hin und zieht zurück nach Ungarn, wo er das Haus seiner Großeltern renovieren will. Hier lernt er den gleichaltrigen Áron (Ádám Varga) kennen, der ihm beim Reparieren hilft und dem er nachts im Wodkasuff bald näher kommt. Doch so wenig er sich als schwuler Fußballer outen konnte, ist er hier in der ungarischen Provinz sicher, wo der Rechtsradikalismus regiert und Homosexuelle ums Leben fürchten müssen. „Sturmland“ ist ein konventionelles, aber durchaus sehenswertes Drama, mit kernigen Jungs, die wie Hitzelsperger wissen, was ein „Hammer“ ist. Und in einer Nebenrolle ist der Berliner Sebastian Urzendowsky in einer Nebenrolle als heimlich in Szabo verliebter Fußballkollege zu sehen.

Termin 13.2., 14.30 Uhr, Cubix 9