Andrang

Lasset die Filme beginnen

1600 prominente Gäste kommen zum Auftakt der 64. Internationalen Filmfestspiele in den Berlinale-Palast an den Potsdamer Platz

Wenn es nach Anke Engelke geht, kann es die Berlinale wettertechnisch mit der Biennale in Venedig aufnehmen. Dank Klimawandel gebe es vielleicht bald an der Spree einen echten Strand mit Palmen. „Es ist ja wie in Cannes“, begrüßte die Moderatorin am Donnerstagabend rund 1600 Gäste. In den Berlinale-Palast an den Potsdamer Platz waren Prominente wie Mario Adorf, Herbert Grönemeyer, Karoline Herfurth, David Kross, Iris Berben, Hannah Herzsprung, US-Botschafter John B. Emerson mit Ehefrau Kimberly sowie die Mitglieder der Jury, unter Anderen Oscar-Preisträger Christoph Waltz und „James Bond“-Produzentin Barbara Broccoli gekommen.

Bei der großen Eröffnungsgala der 64. Internationalen Filmfestspiele wirkte Berlinale-Chef Dieter Kosslick, traditionell im schwarzen Mantel mit Hut und Schal, fast ein wenig zugeknöpft für die Temperaturen. Zur Freude der Fotografen hatten die vielen weiblichen Premierengäste jedoch keine Eile, den roten Teppich zu verlassen. Heike Makatsch zeigte sich überrascht über die Temperaturen, trug an diesem Abend ein langärmliges Spitzenkleid. „Das ist schon erstaunlich für die Berlinale, aber sehr angenehm“, sagte die 42-jährige. Auch der braun gebrannteElyas M Barek, der pünktlich zur Berlinale aus seinem Thailand-Urlaub zurück gekommen war, freute sich, keinen Kälteschock erleiden zu müssen. US-Schauspielerin Tilda Swinton hatte scheinbar mit angenehmen Temperaturen gerechnet – und lief mit ausgefallenen Flipflops über den roten Teppich. Gemeinsam mit ihren Kollegen Willem Dafoe, Bill Murray, Edward Norton, Ralph Fiennes und Regisseur Wes Anderson war sie nach Berlin gekommen, um ihren Film „Grand Budapest Hotel“ vorzustellen. „Die kommen doch alle nur wegen der hübschen Berlinale-Schals, besonders Bill Murray“, scherzte Kosslick. Neben den Kollegen aus der Filmbranche kamen Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, Bundesinnenminister Thomas de Maizière, Grünen-Politikerin Claudia Roth sowie Stadtentwicklungssenator Michael Müller und Finanzsenator Ulrich Nußbaum. Bill Murray hatte noch beim Aussteigen aus der Limousine einen letzten Schluck aus dem Cocktailglas genommen, bevor er dieses vorsorglich in seiner Jackett-Tasche verstaute. Schwerer Stoff gehörte für Kulturstaatsministerin Monika Grütters auch zur Berlinale. Auch wenn sie damit wohl eher den Filmstoff meinte. „Kultur darf und soll auch Zumutung sein“, begrüßte die Kulturstaatsministerin die Gäste in Berlin. Zu elf Tagen Filmfestival, mit internationalen Stars – und fast sommerlichen Temperaturen.