Eröffnung

Die Stimmung ist im Keller

Ehemalige „Department“-Betreiber eröffnen Klub im Untergeschoss des Café Moskau

Wie ein Relikt aus längst vergangenen DDR-Zeiten steht das Café Moskau an der Karl-Marx-Allee in Friedrichshain. Wo früher Berliner mit einer Vorliebe für russische Küche einund ausgingen, brennt heute im Obergeschoss nur unregelmäßig das Licht, wenn die Räume für Events angemietet werden.

Ganz anders sieht es neuerdings im Keller des historischen Gebäudes aus. Seit fünf Wochen wird dieser am Wochenende mit Licht aus stilvollen Retro-Lampen oder komplizierten LED-Konstruktionen in Szene gesetzt. Denn Tawan Tehrani und Felix Brandts wissen: In solch einer Atmosphäre feiert es sich am besten. Am 30. November eröffneten die beiden Berliner den Klub „Avenue“ im Keller des Café Moskau in Mitte.

„In Berlin ist eine so große und vielfältige Klublandschaft vorhanden, dass keiner auf einen neuen Laden wartet“, sagt Tawan Tehrani. Um erfolgreich zu sein, müsse man auf einen besonderen Service achten, etwas leisten, womit man sich von anderen abhebt. „Die Gäste sollen ins ,Avenue’ kommen, weil ihnen der Klub gefällt und nicht, weil irgendein Star-DJ auflegt“, fügt Felix Brandts hinzu. „Das fängt bei einem reibungslosen Ablauf am Einlass an, geht über freundliches und schnelles Garderoben-Personal und endet bei den Gläsern, aus denen getrunken wird.“

Dass dieses Konzept aufgeht, wissen die beiden Geschäftspartner, die gleichzeitig beste Freunde sind, aus jahrelanger Erfahrung. Seit Jahren organisieren sie die Party-Reihe „Butterfly Effect“ und betrieben von 2011 bis Ende 2012 das „Department“ im Postfuhramt an der Auguststraße. Aufgrund des Verkaufs der Veranstaltungsfläche mussten auch sie den Platz räumen – frustrierend für die erfolgreichen Jungunternehmer, die nebenbei eine Eventagentur betreiben. Gäste wie Thomas Gottschalk, Simone Thomalla, Elyas M’Barek, Jürgen Vogel oder Nora Tschirner besuchten die Partys der beiden Berliner, die sich nun nach einer neuen Location umschauen mussten.

Ein knappes Jahr später stehen sie nun in ihrem neuen Klub und ziehen ein positives Resümee nach den ersten fünf Wochen. Die Stammgäste seien ihnen gefolgt, sgen sie, und auch das Team arbeitet – wie in alten Zeiten – bereits erfolgreich Hand in Hand. Seit Ende November haben sich bereits bekannte Partygänger wie Michael Michalsky, Sara Nuro, Annabelle Mandeng, Sven Martinek und diverse Spieler von Hertha BSC ein eigenes Bild vom neuen Klub gemacht.

Gestaltet wurde das gesamte Interieur von den selben Designern, die bereits das „90Grad“ in Mitte, die „Panorama Bar“ in Kreuzberg, das „Asphalt“ am Gendarmenmarkt oder das „Pascha“ in München eingerichtet haben. „Als wir die Location zum ersten Mal gesehen haben, wussten wir sofort, dass wir diese Chance ergreifen müssen“, sagt Felix Brandts. „Man kennt dieses Gefühl, wenn man eine Wohnung besichtigt, zur Tür hereinkommt und sofort weiß – hier will ich wohnen.“

Zwischen 300 und 1200 Gäste finden, je nach Auslastung am Abend, in dem Klub Platz. Gefeiert werden kann zu Disco- und House-Musik, freitags gibt es Hip Hop und R’n’B. Tawan Tehrani und Felix Brandts legen dabei Wert darauf, dass sie immer präsent sind und wenigstens einer von ihnen immer als Ansprechpartner vor Ort ist. Neben dem Agenturalltag sind sie demnach auch an den Wochenenden immer unterwegs. „Unsere Familien und Freunde akzeptieren, dass wir ein solches Leben führen, in dem das Privatleben auch mal zurückstecken muss“, sagt Brandts. Und sein Partner ergänzt: „Dennoch ist es es wichtig, mit seinen Kräften hauszuhalten“, und an den Abenden – trotz Party-Atmosphäre - eben nur Wasser zu trinken.