Fernsehen

Vom Laufsteg ins Fernsehen

Topmodel Barbara Meier an der Seite von Christiane Hörbiger in einer Krimi-Komödie

Von vielen Gewinnerinnen der Castingshow „Germany’s next Topmodel” hört man schon kurz nach dem Finale nur noch deshalb etwas, weil sie sich mit der Agentur von Heidi Klums Vater Günther Klum verkracht haben. Oder weil sie sich durch freizügige Fotos, Auftritte im „Dschungelcamp” oder auf diversen roten Teppichen mühsam den Status eines C-Promis erhalten. Ausnahmen bilden nur Lena Gercke, Gewinnerin der ersten Staffel, Verlobte von Fußball-Nationalspieler Sami Khedira und neuerdings auch „Supertalent”-Jurorin, und Barbara Meier, Gewinnerin der zweiten Staffel, Ex-Freundin von Filmproduzent Oliver Berben und zuletzt auch Schauspielerin.

Der Durchbruch als internationales Supermodel blieb jedoch auch diesen beiden versagt. Vielleicht auch deshalb baut sich Barbara Meier schon seit einiger Zeit ein zweites Standbein vor der Filmkamera auf. Das habe sie schon immer machen wollen, sagt sie. „Ich habe neulich einen alten Poesie-Album-Eintrag von mir gesehen, da stand, dass ich später Schauspielerin werden möchte. Ich komme aber aus einer ländlichen Gegend und hätte nie gedacht, dass das einmal wahr werden könnte. Ich dachte, ich lerne etwas Ordentliches, Bodenständiges.“ Erst nach „Germany’s next Topmodel” habe sie sich gewagt, ihre Träume in diese Richtung zu verfolgen. Denn Model sei nicht nur der Traumberuf, für den er von jungen Mädchen oft gehalten werde, so Meier. Ihre ersten Erfahrungen nach dem Sieg bei GNTM habe sie nicht auf den Laufstegen von Paris und New York, sondern in Instanbul gemacht. Und die waren nicht nur positiv.

In der Stadt habe sie sich nie frei bewegen können, die Agentur habe ihr vorgeschrieben, wann sie morgens das Haus zu verlassen habe und wann sie abends wieder dort sein musste. Selten blieb ein halber Tag für Freizeit. „Viele Menschen denken immer, als Model liegt man den ganzen Tag nur am Strand und lächelt in eine Kamera. Aber das waren wirklich harte Zeiten”, betont die gebürtige Ambergerin. Dennoch möchte sie die Zeit nicht missen, „denn auf der anderen Seite habe ich viel gelernt, ganz unterschiedliche Menschen getroffen, die mich inspiriert haben und ich bin viel selbständiger geworden.” Trotzdem würde sie sich derzeit immer für ein Film- und gegen ein Modelcasting entscheiden. „Ich möchte auf jeden Fall mehr in die schauspielerische Richtung gehen”, sagt die 27-Jährige. „Ich weiß natürlich, dass ich noch ganz am Anfang bin und viele Rollen eine Herausforderung für mich sind. Aber ich freue mich über die Möglichkeit, mich weiterzuentwickeln und zu lernen.”

Überhaupt ist Barbara Meier in allen Lebenslagen sehr ehrgeizig. Im November ist sie den New-York-Marathon gelaufen und hat dafür ein halbes Jahr jeden Tag trainiert. Ihr Mathestudium liegt derzeit auf Eis, weil sie sich neben ihren Jobs als Model und Schauspielerin nicht mit mittelmäßigen Noten zufrieden geben will. Auch ans Set kommt die Wahl-Münchnerin niemals unvorbereitet. Schon allein, um die Vorurteile der erfahrenen Schauspieler im Keim zu ersticken. Großen Respekt hatte sie zunächst gegenüberChristiane Hörbiger, mit der sie gerade die Krimi-Komödie „Schon wieder Henriette” (19. Dezember, 20.15 Uhr, ARD) gedreht hat: „Sie steht immerhin schon seit über 50 Jahren vor der Kamera, und ich bin eine Anfängerin.“ Am Ende habe sie von der berühmten Kollegin profitiert. Trotz ihrer Schauspiel-Ambitionen will Barbara Meier das Modeln in Zukunft nicht aufgeben. „Dafür habe ich in diesem Bereich mittlerweile schon zu viel gelernt“, findet sie. Und wenn es sie doch wieder einmal nach einer mathematischen Herausforderung gelüstet, dann programmiert sie eben ihre Homepage oder hilft ihren Freunden bei Informatik-Problemen.