Weihnachtsparty

Ein Netzwerk feiert sich selbst

Das Medienboard Berlin-Brandenburg begrüßt 500 Gäste in Kreuzberg

Gesellschaftsforscher haben herausgefunden, dass viele Deutsche Weihnachten nicht mehr im großen Familienkreis feiern. Dagegen steige die Zahl derer, die lieber mit ihren Freunden unter dem Tannenbaum sitzen – mit ihren Lieben, die sie das Jahr über begleitet haben. Vielleicht nicht ganz so idyllisch, aber immerhin ein Fest unter Freunden war es auch am Mittwochabend bei der großen Weihnachtsparty des Medienboards Berlin-Brandenburg.

Wie auf allen Empfängen des Unternehmens, das sich die Förderung des deutschen Films zur Aufgabe gemacht hat, üblich, trafen sich auch in diesem Jahr wieder viele Vertreter der deutschen Filmprominenz bei der Veranstaltung: Schauspieler, Produzenten, Medienschaffende und Regisseure. Um zu netzwerken, das Jahr in der Berliner Filmlandschaft Revue passieren zu lassen und zu feiern.

„Ich bedanke mich von ganzem Herzen, dass wir das Jahr 2013 gemeinsam so gut hinter uns gebracht haben“, sagte Medienboard-Geschäftsführerin Kirsten Niehuus. Sie erinnerte noch einmal daran, dass es sich eigentlich nicht nur um eine Weihnachts-, sondern um eine Mottoparty handele. „Feuchtgebiete – das bezieht sich nicht nur auf das Wetter und die Qualitäten der Bar. Sondern wir freuen uns, dass die Filmemacher David Wnendt und Benjamin Herrmann aufgrund ihres Erfolges uns einen Scheck in Höhe von 100.000 Euro zurückgeben können.“

Geladen wurde an diesem Abend ins Restaurant „Ø“ am Mehringdamm in Kreuzberg, das mit den rund 500 Gästen heillos überfüllt war. Gefeiert wurde neben der Berliner Filmprominenz an diesem Abend vor allem auch Ken Duken, der viele seiner Kollegen zum ersten Mal nach seinem Rückkehr aus New York traf, wo er mit dem Internationalen Emmy-Award für den TV-Film „Das Wunder von Kärnten“ ausgezeichnet worden war.

„Ich wurde hier ganz liebevoll empfangen und kann immer noch nicht so richtig glauben, dass wir diesen Preis gewonnen haben“, sagte Duken bescheiden. „Allein schon die Nominierung und der Trip in die USA waren für uns ein Highlight.“

Ähnlich viel Blitzlichtgewitter löste Schauspielerin Heike Makatsch bei den Fotografen aus. „Ich freue mich, hier zu sein, aber so langsam bekomme ich Kopfschmerzen von all den Blitzen“, sagte die Berlinerin. Daran, dass es eigentlich eine Weihnachtsparty war, erinnerten Glühwein, Christbaumkugeln und das ausgefallene Outfit von Rosa von Praunheim. Der Regisseur verteilte mit Weihnachtsmannmütze und -mantel selbst geschriebene Gedichte an die Gäste. „Ein Jahr habe ich dafür gebraucht, das alles zu dichten“, versicherte der 71-Jährige.

Über seine Reime freuten sich auch Christiane Paul, Oskar Roehler, Gitta Schweighöfer, Justus von Dohnányi, Markus Kavka, Alice Brauner, Alice Dwyer und Kostja Ullmann.

Das Medienboard Berlin-Brandenburg entstand 2004 als Zusammenschluss des Filmboards und Medienbüros der beiden Bundesländer und vereint seitdem Filmförderung und Standortmarketing unter einem Dach. 2012 förderte das Unternehmen 269 Filme, darunter alle Genres, von Mainstream und Arthouse über Animation und Kinderkino bis zum Dokumentar- und Kurzfilm, und konnte dafür etwa 23,9 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Zu den in der Region gedrehten und geförderten Filmen in den vergangenen Jahren gehörten „Inglourious Basterds“ von Quentin Tarantino, „Das weiße Band“ von Michael Haneke, „Der Ghostwriter“ von Roman Polanski, „Unknown Identity“ von Jaume Collet-Serra sowie „Kokowääh“, „Keinohrhasen“ und „Zweiohrküken“ von Til Schweiger.