Abschied

Dieter Hundt sagt nach 17 Jahren als BDA-Präsident Tschüs

Er prägte die Wirtschaftspolitik in Deutschland. 17 Jahre lang war er Gesicht und Stimme der Arbeitgeber, so lange wie kein anderer vor ihm.

Er kämpfte für Tarifeinheit und gegen Mindestlohn. Jetzt tritt er ab, mit 75 Jahren. Dieter Hundt, der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), wurde am Montagabend mit einem feierlichen Empfang zu seinen Ehren im Schlüterhof des Deutschen Historischen Museums verabschiedet. Mit dabei: rund 500 Freunde und Weggefährten aus fast zwei Jahrzehnten. Unter ihnen Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP), Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit(SPD), die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die eine Festrede auf den scheidenden BDA-Präsidenten hielt. Selbst Altbundeskanzler Helmut Kohl (CDU), der mit seiner Frau Maike gekommen war, ließ es sich nicht nehmen, Dieter Hundt persönlich zu verabschieden. Durch den Abend mit Galadinner führte Moderatorin Nina Ruge. Hundt, der sich nach eigenen Angaben in Zukunft mehr Zeit für seine Ehefrau Christina, seine Kinder und seine Enkelkinder nehmen will, übergibt sein Amt an den Bremerhavener Metall-Unternehmer Ingo Kramer. In ihrer Festrede nahm Merkel Bezug auf die aktuellen Koalitionsverhandlungen. Union und SPD hätten jetzt den Auftrag, „aus dieser Wahl etwas Vernünftiges zu machen“. Das falle den Parteien ungefähr so schwer wie Gewerkschaften und Arbeitgebern die Tarifverhandlungen, sagte sie. Am Ende würden die Menschen in einigen Jahren beantworten, ob es Deutschland besser gehe: „The proof of the pudding is the eating – Wie gut der Pudding ist, erkennt man beim Essen“, sagte Merkel.