Preisträger

Und ein Bambi geht an...

Robbie Williams, Helene Fischer und Miley Cyrus am Potsdamer Platz ausgezeichnet

Jahrelang war es Robbie Williams, der ständig für Skandale sorgte. Doch jetzt hat er Konkurrenz bekommen. Große Konkurrenz, selbst wenn sie nur 1,64 Meter klein ist. Mit Miley Cyrus haben sich die Veranstalter der diesjährigen Bambi-Verleihung das wohl skandalträchtigste Popsternchen nach Berlin geholt, das die Musikwelt derzeit zu bieten hat. Immerhin: Die 20-Jährige bekam am Donnerstagabend den Award in der Kategorie „Pop International“ verliehen – bedankte sich, ungewohnt brav, mit einem ruhigen Song – ohne Skandal, ohne herausgestreckter Zunge oder zu viel nackter Haut. Der angeblich spektakuläre Auftritt, den die Amerikanerin wohl geplant hatte, sei entschärft worden, hieß es.

Begeistert war das Publikum im Theater dennoch von diesem und den vielen weiteren Auftritten, unter anderem von Schlagerstar Andrea Berg – ausgezeichnet mit dem Sonderpreis der Jury –, Udo Jürgens und Robbie Williams. Dieser schlüpfte bei der diesjährigen Gala ein wenig in die Rolle der Gastgebers und unterhielt mit Swing-Charme die rund 800 Gäste bei der 65. Bambi-Verleihung im Stage Theater am Potsdamer Platz. Hatten die letzten beiden Gala-Veranstaltungen in Wiesbaden und Düsseldorf stattgefunden, entschieden sich die Veranstalter nach zehn Jahren, das Spektakel wieder einmal in die Hauptstadt zu holen. Und hatten damit für eine ähnlich hohe Prominenten-Dichte in Berlin gesorgt, wie sonst nur zur Berlinale oder der Fashion Week.

In insgesamt 17 Kategorien wurden die goldenen Rehkitze vergeben – unter anderem an Nadja Uhlals beste Schauspielerin. Gerade noch rechtzeitig war die Siegerin in der Kategorie „Fashion“ – Ex-Spice-Girl und mittlerweile Designerin Victoria Beckham – ohne ein Lächeln als letzte über den roten Teppich stolziert und konnte sich auch bei der Übergabe durch Modezar Karl Lagerfeld selbiges nicht abringen. „Ich liebe ihre Attitüden, ich bin einer ihrer größten Bewunderer“, lobte Lagerfeld die Siegerin. Als Beckham-Fan outete sich auch Schauspielerin Maria Furtwängler, die an diesem Abend ein schlichtes, aber elegantes Kleid aus ihrer Kollektion trug.

Ihren zweiten Auftritt hatte die Schauspielerin eher in ihrer Rolle als Tatort-Kommissarin Charlotte Lindholm. Sie und alle anderen aktuellen Tatort-Kommissare hatten sich auf der Bühne versammelt: „Tatort“-Macher Gunther Witte wurde mit dem Ehrenpreis der Jury ausgezeichnet, weil er mit seiner Erfindung über Jahrzehnte hinweg großes für das deutsche Fernsehen geleistet hat. Noch Größeres tun bereits seit Jahren Microsoft-Erfinder und Milliardär Bill Gates und seine Ehefrau Melinda. Das Paar wurde von der Jury mit dem goldenen Reh in der Kategorie „Millenium“ für den Kampf gegen die Armut auf der ganzen Welt ausgezeichnet. Ein Großteil ihres Vermögens lassen sie in die von ihnen gegründete „Bill & Melinda Gates Foundation“ einfließen – was die Stiftung zur größten der Welt macht.

Der Bambi ist eben ein Preis, für den es sich lohnt, auch aus den USA anzureisen. Das sah auch Jupp Heynkes so, Triple-Gewinner 2012 als Trainer des FC Bayern München – der für die Veranstaltung aus Bayern angereist war, obwohl er normalerweise Veranstaltungen wie diese meidet. Diesmal hörte er jedoch auf seine Frau: „Da musst du auf jeden Fall hin“, hatte sie ihm aufgetragen. Als Belohnung gab es den Bambi in der Kategorie „Sport“.