Kino

Überlebenskünstler am Potsdamer Platz

Der zweite Teil der US-Fantasy-Trilogie „Die Tribute von Panem“ feiert Premiere

Mit ihrem blonden Kurzhaarschnitt, einem perfekten Make-Up, in edler Garderobe und auf High Heels erinnert Jennifer Lawrence nur wenig an die furchtlose Katniss, die bei den „Hungerspielen“ im ersten Film der „Tribute von Panem“ um ihr Leben kämpfen musste. Und obwohl die 23-Jährige trotz ihrer Jugend den großen Auftritt gewöhnt ist – 2011 war sie als beste Hauptdarstellerin in „Winter’s Bone“ für den Oscar nominiert, 2013 gewann sie ihn für „Silver Linings Playbook“ – lief sie auch am Dienstagabend strahlend schön und dennoch zurückhaltend über den – an diesem Tag schwarzen – Teppich im Sony Center am Potsdamer Platz.

Gemeinsam mit ihren Schauspielkollegen Elizabeth Banks, Josh Hutcherson und Liam Hemsworth war sie nach Berlin kommen, um den zweiten Teil der Fantasy-Trilogie zu präsentieren. Auch in „Die Tribute von Panem – Catching Fire“ geht für die junge Frau der dramatische Kampf ums Überleben weiter. Kämpfen musste Jennifer Lawrence bei der Weltpremiere in London nur mit Nieselregen – und in Berlin mit spätherbstlichen Temperaturen. Deshalb hatte sie statt des dünnen, aufwendigen Seidenkleides von London auf dem Potsdamer Platz ein helles Mantelkleid angezogen und präsentierte sich dennoch sichtlich frierend den zahlreichen Fans und Fotografen.

Die Anzahl der Fans betreffend, stand die Veranstaltung in Berlin der Weltpremiere in London in nichts nach. Bereits Stunden vor Filmbeginn hatten diese sich die besten Plätze am „schwarzen“ Teppich gesichert. Unter den prominenten Gästen waren Schauspielerin Susan Sideropoulos, Moderatorin Nina Eichinger, Entertainer Manuel Cortez und Sängerin Ivy Quainoo.

Und die Erwartungen an den zweiten Teil sind hoch. Hatte der erste im vergangenen Jahr weltweit fast 700 Millionen Dollar eingespielt, schalteten auch am vergangenen Sonntag 6,35 Millionen Zuschauer ein, als der Film auf dem Privatsender Pro7 zu sehen war. Damit hängte er die Konkurrenz, den oscar-preisgekrönten Blockbuster „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ mit 2,7 Millionen Zuschauern, deutlich ab.

Ein Grund mehr für Regisseur Francis Lawrence und Produzentin Nina Jacobson, an den Erfolg des ersten Teils anknüpfen zu wollen. Beide hatten ihr Team nach Berlin begleitet. Auch diesmal entführen beide ihr Publikum in die von Schriftstellerin Suzanne Collins erdachte Fantasie-Welt, in der die Menschen in unterschiedlich privilegierten Distrikten leben. Jährlich müssen sie zwei ihrer Bewohner zu den „Hungerspielen“ entsenden, die für alle Teilnehmer, bis auf den Sieger, tödlich enden.

Katniss (Jennifer Lawrence) und Peeta (Josh Hutcherson) haben im ersten Teil überlebt, der Regierung die Stirn geboten und die unterdrückte Bevölkerung in den Distrikten dazu ermutigt, gegen das Regime zu rebellieren. Mit ihrer Rolle als furchtlose junge Frau hofft Jennifer Lawrence, ein Vorbild für Mädchen zu sein: „Sie ist eine Kämpferin und hat keine Angst, für das einzustehen, was sie richtig findet. Ich wünschte, ich wäre eine so tapfere Frau.“