Mittag mit

Eran Davidson

Jede Woche trifft Alexandra Kilian – zurzeit als Stipendiatin in Israel – einen Menschen der Stadt zum Lunch. Diesmal den Berliner Entrepreneur Eran Davidson, Gründer von Hasso-Plattner-Ventures und Davidson Technology Growth Debt, in seiner Heimat Tel Aviv.

Sie stammen aus Tel Aviv, leben und investieren jedoch seit acht Jahren in Berlin. Sind die Bedingungen für Start-ups nicht wesentlich besser in Israel?

Die Bedingungen in Berlin sind besser für meinen Lebensstil, aber nicht für Investitionen in Start-ups. Es gibt viel Aufregung um die Berliner Start-up-Szene – dennoch ist es noch ein langer Weg bis zum Silicon Valley von Europa. Vor allem, weil die jungen Menschen nicht an sich selbst glauben.

Darüber haben Sie am Sonntag auf dem Deutsch-Israelischen Kongress gesprochen?

Meine Hauptintention war, ein „Yes, you can“ zu vermitteln. Wenn man sehr ambitioniert ist, keine Angst vor dem Versagen hat, bereit ist, persönliches Risiko zu übernehmen, sich langfristig engagiert und hart arbeitet, sehe ich kein Problem für Innovationen und Talent in Deutschland. Noch fehlt es nur am richtigen „Spirit“.

Was hat denn Tel Aviv, was Berlin nicht hat?

So viele Dinge, besseres Wetter, einen größeren Strand als der Wannsee ... Wichtiger ist jedoch etwas, das man nicht sehen, sondern nur fühlen kann: die hohe Energie, die Welt ändern zu wollen, wenn man 25 Jahre alt ist. Das ist inspirierend und ansteckend.

Und das fehlt Berlin? Was bietet die Stadt dafür?

Multitalentierte Menschen und multinationale Kultur. Auch das ist inspirierend und kreativ. Denn es ist einfach, zusammen zu arbeiten und Wissen zu teilen, ohne Angst zu haben vor Wettbewerb oder ausgenutzt zu werden.

Ein Grund zu bleiben?

Heute in Berlin zu sein ist die beste Gelegenheit, eine neue Firma oder Business in Europa zu starten. Es ist leicht, gute Leute zu finden. Und, ob Sie es glauben oder nicht, es gibt viel Geld, um neue Firmen zu unterstützen. Staatliche Förderung und Angel-Investors sind die beste Möglichkeit, heute eine Firma zu starten. Und letztlich glaube ich an leidenschaftliche Menschen. Davon finden Sie immer mehr in Berlin.