Mittag mit

Roland Mary

Jede Woche trifft sich Alexandra Kilian zum Lunch. Heute mit Gastronom Roland Mary (Borchardt, Grosz, Pan Asia, Fritz 101, Café am Neuen See) im Borchardt. Es gibt: Red Snapper.

Letztens war Bill Clinton hier?

Der Stab guckt sich den Laden vorher an, zwei Tage davor weiß man Bescheid. Man hat mich Clinton vorgestellt. Das tut mir leid, er will doch nur essen.

Wie Merkel und Clooney, als sie sich hier trafen?

Liebe Frau Kilian, dazu kann ich Ihnen leider nichts sagen.

Nerven die Fotografen vor der Tür?

Früher war es schlimmer, zu Franz Josef Wagners Zeiten, der hat es auf die Spitze getrieben. Jetzt bekommt die Presse prominente Gäste seltener mit.

Vielleicht, weil das Produkt wichtiger wird. Ihr Grosz feiert Einjähriges. Zufrieden?

Ja. Mittlerweile habe ich ein sehr gutes Team da. Letztens hat nur ein Gast Ärger gemacht, weil er auf der Terrasse Unkraut entdeckte.

Habe ich nicht gesehen. Dafür wenig Gäste abends.

Insgesamt läuft es besser, als wir erwartet haben. Der Westen hat sich entwickelt, auch, wenn ich es immer noch für eine Mär halte, er sei untergegangen. Der Savignyplatz war und ist immer nett.

Ja, ein Hoch auf den Westen!

Wenn Sie aus Süddeutschland kämen und Bio angehaucht wären, würden Sie sich wahrscheinlich in Prenzlauer Berg wohl fühlen.

Sie fühlen sich doch auch im Westen wohl, in Dahlem

Es hängt von der Situation ab. Für den offiziellen Teil fühle ich mich in Mitte am wohlsten. Ich bin aber auch gern in Kreuzberg, letztens war ich im „Volt“.

Etwas ähnliches geplant?

Wir arbeiten an einem Lebensmittelkonzept, werden unsere eigene Bäckerei und Metzgerei ausbauen.

Bald also Borchardt-Feinkost, so wie früher?

Nicht genau so, nicht hier, aber wir werden den Namen „Borchardt“ nutzen. Ich suche dafür auch noch eine Fläche – wenn jemand also ein Angebot hat, her damit!