Porträt

Der liebenswerte Verlierer

Antoine Monot Jr. ist eine Marke für sich: Bei der Auswahl seiner Filmrollen orientiert er sich am Vorbild Hollywood

Mit Doppelgängern ist Schauspieler Antoine Monot Jr. bestens vertraut. Am 31. Oktober kommt die Komödie „Kaiserschmarrn“, die er coproduziert hat, in die Kinos. Darin geht es um eine besonders heikle Verwechslung: Der mäßig erfolgreiche Pornodarsteller Alex Gaul wird mit dem Heimatfilmstar Zacharias Zucker – beide von Monot gespielt – verwechselt und kann so erstmals bei einer großen Fernsehproduktion mitspielen. Auch im echten Leben wird der 38-Jährige andauernd für jemand anderen gehalten: für Schauspieler und Werbegesicht Markus Majowski. „Mir ist es ein Rätsel, warum es diese Verwechslung andauernd gibt“, sagt Monot, der auch dem jungen Luciano Pavarotti oder dem Schauspieler Zack Galifianakis ähnelt.

Bekannt wurde der Münchner jedoch nicht durch sein markantes Aussehen, sondern durch sein Schauspieltalent als gutmütiger Mechaniker in der Komödie „Absolute Giganten“ aus dem Jahr 1999. Weitere Rollen übernahm er in Filmen wie „Das Experiment“ (2001) und „Schwere Jungs“ (2007). Neben Sabine Postel spielte er den Kommissar Leo Uljanoff im Bremer „Tatort“. Ein kurzes Intermezzo. Bereits in der zweiten Folge kommt der Kommissar ums Leben. Auch in anderen Filmen spielt er einen ähnlichen Charakter – den des liebenswerten Verlierers. Und danach suche er auch seine Rollen aus, ähnlich wie viele amerikanische Schauspielkollegen. „Die sind in ihren Gedanken weiter und begreifen sich auch als Marke“, so Monot. „Die Figur des ,lovable Loser‘ ist mein Rollenfach, dort muss ich versuchen, der Beste zu werden.“

Bei dem Film „Kaiserschmarrn“ war Monot jedoch auch als einer der Produzenten involviert. Er und der Regisseur Daniel Krauss hatten dabei ein Ziel: mit dem ersten Film dieser Größenordnung der Münchner Produktionsfirma Zuckerfilm eine Art Aushängeschild anzufertigen. „Wir waren dabei auch völlig wahnsinnig“, sagt Monot. Die beiden Filmschaffenden trieben aus der Privatwirtschaft Geld für ihren Film auf und legten so schnell wie möglich los. „Wir hatten aber nur ein Budget von rund einer Million Euro. Und wir hatten 44 Rollen.“ Normalerweise reiche so ein Budget eher für acht oder zwölf Rollen. Deshalb mussten sich die Produzenten anderweitig helfen: Alle Beteiligten mussten erstmals auf Rückstellung – also für Gagen, die nur unter bestimmten Bedingungen ausgezahlt werden – angestellt werden.

Doch weil Antoine Monot Jr. auch Vorstandsmitglied beim Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler (BFFS) ist, brachte ihn dies schnell in eine Zwickmühle. Der Verband versucht, darauf aufmerksam zu machen, dass das Schauspielerdasein „nicht immer rote Teppiche, feine Hotels, Fotos auf dem Dach und Champagner ist“, erklärt Monot. Nur etwa die Hälfte der deutschen Schauspieler verdienen pro Jahr 20.000 Euro oder weniger, weil sie zu wenig zu tun hätten. Am Ende entschied man sich dafür, alle Mitwirkenden sozialzuversichern – eine Seltenheit in der Branche. Um im Budget zu bleiben, übernahm Monot auch die Hauptrollen für eine niedrige Gage – aus pragmatischen Gründen. „Ich war die billigste Option.“