Mittag mit

Rackham F. Schröder

Jeden Mittwoch trifft Alexandra Kilian einen Menschen der Stadt zum Lunch. Heute: Rackham F. Schröder, Engel & Völkers Berlin-Geschäftsführer und Soho-House-Gründungsmitglied. Dort gibt es: Tatar

Was macht ein „Rackham“ in Wilmersdorf?

Meine Eltern haben sich 1968 in Berlin getroffen, sie waren klassisch politisch engagiert und wollten keinen bürgerlichen Namen für ihren Sohn. Mein Bruder heißt Gerrit. Ich lebe jetzt auch wieder im Westen der Stadt, in Dahlem. Als meine Frau beschloss, dass wir Kinder kriegen, sind wir nach einem Mitte-Abstecher hergezogen. (Ein Soho-Servicemitarbeiter kommt und fragt: „Würdest du bitte deine Krawatte ablegen?“) Nein, ich würde sie heute gern anlassen.

Hier gilt jedoch: Krawatte ab, Handy weg. Kann man „lässig sein“ erzwingen?

Das ist jedes Mal eine Diskussion. Ich finde es wirklich albern, sich zum Essen umzuziehen. Man fühlt sich wie ein kleiner Verbrecher, wenn man sie anlässt.

Also gehen wir wieder?

Das Personal bittet einen tatsächlich zwei Mal, abzulegen, dann: zu gehen.

Wie oft machen Sie das denn hier mit?

Ich frühstücke hier mal sonntags mit meinen Kindern. Sonntags trage ich sowieso keine Krawatte. Unter der Woche netzwerke ich viel, gehe mittags und abends mit Geschäftspartnern essen.

Wo steht die teuerste Berliner Wohnung, die Sie dabei verkauft haben?

Ich persönlich kümmere mich mehr um den Gewerbeverkauf, dazu zählen bei uns die in Berlin so begehrten Mietshäuser. Wir beurkunden fast jeden Tag eins. In Charlottenburg sind gerade die Kudamm-Seitenstraßen sehr hochpreisig, die Gegend entwickelt sich toll. (Wieder kommt ein Soho-Mitarbeiter und bittet, die Krawatte abzulegen.) Ist es denn nicht möglich? Gut. (Er legt ab.)

Sie sind doch Gründungsmitglied, da muss doch was zu machen sein.

Das steht auf meiner Karte, ja. Ich wurde angesprochen, ob ich es sein möchte. Aber ich habe keine Ahnung, wie viele das sind. Bloß nicht schreiben, dann fliege ich hier bestimmt sofort raus!

Ich frage mich, warum Sie hier hingehen.

Irgendwie ist es schon ein fantastischer Ort. Und ich trage auch lieber keine Krawatte. Aber noch lieber – entscheide ich darüber selbst.