Tragikomödie

Dieter Hallervorden feiert Kino-Comeback

Premiere des neuen Films „Sein letztes Rennen“ am Montag im Kino in der Kulturbrauerei

Dieter Hallervorden will es noch einmal wissen. Zum ersten Mal seit langer Zeit ist der Schauspieler wieder in einer Kino-Hauptrolle zu sehen. In der Tragikomödie „Sein letztes Rennen“ spielt der 78-Jährige den einstigen Marathonläufer und Olympia-Gewinner Paul Averhoff, der nach dem Umzug ins Altersheim mit seinem Schicksal hadert. Um nicht in Depressionen zu verfallen, beschließt er, seine Laufschuhe wieder aus dem Schrank zu holen und ein letztes Mal die 42,195 Kilometer zu bewältigen. In Laufschuhen kam „Didi“ dann auch zur Premiere des Films in der Kulturbrauerei am Montagabend. „Die bringen mir Glück“, sagte Hallervorden, „genau wie das Foto meines Sohnes, das ich immer bei mir trage.“ Der Glücksbringer auf dem Foto, Hallervordens Sohn Johannes, zählte ebenso zu den Premierengästen wie Moderator Dieter Moor, dessen Kollegin Annika Kipp, Schauspieler Philip Sonntag, Schauspielerin Lisa Maria Potthoff mit Ehemann Thorsten Berg, das Schauspielerpaar Adrian Topolund Judith Hoersch sowie MedienexperteJo Groebel. Selbst Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit war gekommen und freute sich auf den Film: „Ich habe Didi beim Marathon im letzten Jahr gesehen. Das sah schon sehr komisch aus. In dem Film wird es sicher etwas zu lachen geben.“ Dabei ist der Film „Sein letztes Rennen“ keine Komödie, wie man sie von einem Hallervorden erwarten könnte. „Es ist eine sehr ernste Thematik“, sagte Darstellerin Katrin Sass, „ich habe meine Mutter auch erst gerade ins Heim bringen müssen. Das hat mich sehr daran erinnert, aber der Film macht auch Mut.“

Neben Katrin Sass, die im Film eine Oberschwester spielt, und Hauptdarsteller Hallervorden fanden sich außerdem seine Kollegen Tatja Seibt (spielt Averhoffs Ehefrau), Maria Mägdefrau, Annekatrin Bürger und M atthias Opdenhövel, Regisseur Kilian Riedhof und Heike Makatsch in der Kulturbrauerei ein. Makatsch, die sich auf dem roten Teppich ziemlich wortkarg präsentierte, spielt die Rolle der als Stewardess viel beschäftigten Tochter Birgit, die sich nicht ausreichend um den alternden Vater (Hallervorden) kümmern kann.

Gedreht wurde bereits im vergangenen Herbst in Berlin. Damals stand Dieter Hallervorden unter anderem im Olympiastadion vor der Kamera und bewies in Trainingsjacke und mit Stirnband, dass er auch privat noch nicht zum alten Eisen gehört. „Ich treibe seit vier Monaten regelmäßig Sport“, sagte der Schauspieler. Neben dem täglichem Lauftraining hätten Schwimmen, Besuche im Fitnessstudio und Magnetfeldtherapie auf seinem Vorbereitungsplan gestanden. Den Härtetest trat „Didi“ beim Berlin-Marathon im September 2012 an, als er sich für einige Kamera-Sequenzen unter die Läufer mischte. „Ich werde mein Training beibehalten und habe außerdem meine Ernährung umgestellt.“

Neun Kilo hat Hallervorden auf diese Weise verloren, der das Training oft mit Sohn Johannes absolvierte. Der hatte den Film seines Vaters bereits gesehen und war davon sehr berührt: „Ich habe noch nie im Kino geweint“, verriet Johannes, „aber in diesem schon! Manchmal vor Freude, manchmal aus Ergriffenheit.“

Wenn es um die Filmkarriere seines Vaters geht, ist das letzte Rennen allerdings noch lange nicht in Sicht – auf Ruhestand hat Dieter Hallervorden vorläufig keine Lust: „Ich habe drei große Angebote für Hauptrollen in Spielfilmen vorliegen“, sagte der Schauspieler, „aber die Rolle in ,Sein Letztes Rennen' ist die Rolle meines Lebens. Und viele werden vielleicht einen Dieter Hallervorden sehen, wie sie ihn bisher noch nicht erlebt haben.“