Jubiläum

Preußisch blau

Die Königliche Porzellan-Manufaktur feiert ihr 250-jähriges Bestehen mit einem Galadinner im Schloss Charlottenburg

Ein Schloss in Berlin, dazu feinstes Porzellan, festliche Kleider und eine gut besetzte Gästeliste. So ist der 250. Geburtstag der Königlichen Porzellan-Manufaktur (KPM) am Sonnabendabend in der Orangerie des Schlosses Charlottenburg gefeiert worden. „Preußisch-klassisch, das ist auch heute noch unsere Linie“, sagte Eigentümer Jörg Woltmann.

Passend zum Jahrestag liefen 250 Gäste über den preußisch-blauen Teppich. Enge Freunde des Hauses, darunter die Schauspielerin Alexandra Neldel, elegant in Escada, Tini Gräfin Rothkirch, Alt-Bürgermeister Eberhard Diepgen, Senator Ulrich Nußbaum und zahlreiche Botschafter wie John B. Emerson aus den USA oder der britische, Simon McDonald. In dessen Residenz steht eine Schale, die von der KPM zur Geburt von Prince Charles kreiert wurde. „Ich bewundere Herrn Woltmann dafür, was er aus der KPM gemacht hat“, sagte der Botschafter. Alexandra Oetker wünschte dem KPM-Chef, „dass dieses Stück der deutschen Kultur blüht, wächst und gedeiht“ und Isa Gräfin von Hardenberg berichtete begeistert von ihrem Kurland-Service, das sie einst von ihren Eltern geerbt hatte. „Wenn ich Geld übrig habe, ergänze ich es immer“, verriet sie. Zu den Gratulanten zählten auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und Hartmut Dorgerloh, Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg.

Nach einem Champagner-Empfang, musikalisch untermalt von Swing-Star Andrej Hermlin, der an diesem Tag ebenfalls seinen Geburtstag feierte, wurde der erste Gang des Galadinners serviert. Natürlich auf KPM-Porzellan (Reihe „Urania“). Nach Lachs mit Wildkräutersalat aus dem Hause Kempinski folgte eine feierliche Ansprache von Klaus Wowereit, der den Mut des Unternehmers Jörg Woltmann lobte und ihm für sein Engagement dankte. „Die KPM, das ist deutsche Geschichte. Und Sie, Herr Woltmann, gehen in die Geschichte ein.“ Es folgten Entenbrust mit Steinpilzen sowie Weidekalb mit getrüffelten Bohnen. Thema an allen festlich gedeckten Tischen, neben dem Jubiläum, immer wieder: die Bundestagswahl.

Für Jörg Woltmann war das Galadinner der Höhepunkt der Feierlichkeiten im Rahmen des KPM-Jubiläums. Viel Kraft und Geld hat er investiert in das Unternehmen, das er 2006 „sicher auch aus Patriotismus“ übernommen hat. Seitdem führt er die Arbeit seiner Vorgänger erfolgreich fort. Die Glückwünsche aus aller Welt – die weiteste Anreise nahmen Gäste aus Taiwan auf sich – freuten Woltmann: „Da bekommt man auch was zurück. Es ist schön zu sehen, dass die Stadt, dass die Menschen hinter der Manufaktur stehen.“ Das erste Stück Porzellan ging übrigens bereits nach dem ersten Gang zu Bruch. Aber Scherben bringen ja bekanntlich Glück.