Leseprobe

Erste Probe für Jedermann in Charlottenburg

Schokokekse und Spritzgebäck. Große Teller voll davon stehen auf dem langen Tisch vor dem Altar.

Dazu gibt es Wasser und Kaffee, aus der Thermoskanne. Rund 30 Menschen sitzen an der Tafel, schauen auf die Blätter vor sich. Dann, plötzlich, hebt ein Mann die Stimme. „Bist wie ein Fuchs, mit sauberen Trauben“, sagt er, laut schallt es durch das Kirchenschiff. „Halt, entschuldige, hast Du das mit dem Paradies gesagt?“, unterbricht ihn die Frau am Ende der Tafel. „Nein, steht nicht drin“, sagt der Mann irritiert. Alle blättern. „Schade. Haben wir wohl gestrichen“, sagt die Frau.

Francis Fulton-Smith und Brigitte Grothum sind Freitagvormittag zur ersten Leseprobe des Berliner „Jedermann“ in der Luisenkirche zusammen gekommen. Bis zum 10. Oktober wird hier am Stück von Hugo von Hofmannsthal geprobt, dann wechselt das Team in den Berliner Dom. Am 17. Oktober läuft die Premiere, zehn Tage dann das Stück.

„Wir sehen uns jetzt alle täglich und mehrmals“, sagt Francis Fulton-Smith, „das wird schon ein Ritt.“ „Ja, die Abende brauche ich dann schon für mich, auch zur Vorbereitung“, sagt Grothum. Das Team gehe auch aus nach den Proben. „Jetzt muss aber erst mal gearbeitet werden“, sagt Jeanette Biedermann. Sie stellt in diesem Jahr erstmals die Buhlschaft dar und gibt zu, heute aufgeregt zu sein. „Aber das bin ich immer, wenn es ans Set geht“, sagt Biedermann. „Und die sind alle total nett zu mir.“ aki