Golfgeflüster

Putten ist alles

Petra Götze über Handicap und Häppchen

Das Gemeine beim Golfspielen ist, dass ein 20-Zentimeter-Putt genauso viel zählt wie ein 200-Meter-Drive: einen Schlag. Daher stammt der Spruch „Driving is for show, putting is for dough“, was sinngemäß heißt: Ein weiter Abschlag sieht zwar beeindruckend aus, aber gewonnen wird das Geld auf dem Grün. Weshalb fast jeder Hobbygolfer ein Sammelsurium an ausrangierten Puttern im Keller hat, immer in der Hoffnung, der nächste Neuerwerb würde besser funktionieren. Nicht ohne Grund dienen 1000 Euro teure Spitzen-Putter der Pforzheimer Firma Kramski sogar als Staatsgeschenke der Bundesregierung – zum Beispiel für US-Präsident Obama.

Doch selbst der teuerste Schläger funktioniert nicht von allein, weswegen gerade rund ums Loch höchste Konzentration gefragt ist. Dieter Blümmel vom Grundeigentümer-Verband stellte beim Turnier der Berliner Sparkasse in Gatow die Geduld seiner Mitspieler beim Putten auf die Probe. „Ich dachte schon, er wartet, bis sein Ball Wurzeln schlägt“, sagte Claus Richardt, Generalbevollmächtigter der Bank, bei der Siegerehrung.

Die Methode war jedoch erfolgreich: Dieter Blümmel erreichte in seiner Handicap-Klasse den ersten Platz. Das Startgeld aller Turnier-Teilnehmer sowie der Tombola-Erlös – insgesamt kamen 10.000 Euro zusammen – gingen an die Stiftung der Sparkasse für das Mentorenprojekt „Rock your life“ zur Förderung benachteiligter Schüler.

Beim Botschafter-Turnier von Mania Feilcke-Dierck im Märkischen Golfclub bewiesen nicht nur Diplomaten, sondern auch Berliner Hoteliers ihr golferisches Können. Gabriele Maessen, die gerade die Leitung von vier Hotels der Azure-Gruppe übernommen hat, räumte zwei Sonderpreise ab und wurde dazu noch Dritte in ihrer Handicap-Klasse.

Ihr Kollege Bernhard Dohne, Regionaldirektor der „Maritim Hotels“, erreichte in seiner Spielklasse den zweiten Platz. Chiles BotschafterJorge O’Ryan Schütz beeindruckte durch sehr gutes Golfspiel – er verbesserte sein Handicap von 17,1 auf 16,2 – und exzellente Deutschkenntnisse. Auf den Vorschlag des Starters, noch ein paar Minuten auf den fehlenden vierten Mitspieler zu warten, entgegnete er: „Warum? Er ist doch Deutscher, oder?“, und begab sich pünktlich zum Abschlag.