Medien

Kunst fürs Volk

Der Künstler Otto Piene präsentiert eines seiner Feuerräder im Rahmen der Aktion „Ein Bild für Bild“ in Berlin

Am Dienstag wurde bei „Bild“ einmal mehr die Kunst groß geschrieben. Seit 13 Jahren lädt die Zeitung für ihre Aktion „Ein Bild für Bild“ regelmäßig Künstler ein, ein Werk in der Größe einer Zeitungsseite zu erschaffen, das dann in Originalgröße abgedruckt wird. Im Journalistenclub des Verlagshauses der Axel Springer AG präsentierte am Nachmittag Otto Piene, einer der bedeutendsten Künstler der Gegenwart und Mitbegründer der Künstlergruppe Zero, sein Bild aus der Reihe „Feuerräder“. Der Düsseldorfer, der für seine Rauchbilder und Lichtskulpturen bekannt ist, hat dafür einen an die Sonne erinnernden Farbkreis kreiert, dessen Struktur und Verläufe durch anschließendes Anzünden der Farbe entstanden sind.

Die Laudatio hielt Guido Westerwelle (FDP). „Ich habe zwei große Leidenschaften: Politik und Kunst“, so der Außenminister. Verdienst der Aktion „Ein Bild für Bild“ sei es, Kunst auch solchen Menschen nahe zu bringen, die von alleine keine Galerie oder Ausstellung besuchen würden. „Kunst und Kultur sind nicht nur schmückendes Beiwerk einer Gesellschaft. Die lebendige Kunstszene, vor allem in Berlin, ist auch eine Visitenkarte unseres Landes und trägt zum Ansehen Deutschlands in der Welt bei“, sagte er.

In seiner künstlerischen Würdigung beschrieb Udo Kittelmann, Direktor der Berliner Nationalgalerie, wie ihn Otto Piene seit seiner Jugend begleitet habe. „Sein Werk übersteht jeden Zeitgeist“, so der Kunstexperte. „Schon bald wird es eine neue Generation von Museumsbesuchern geben, die deine Kunst betrachten und sie zeitlich nicht verorten können.“ Mit der Ausstellung des Künstlers in der Neuen Nationalgalerie im kommenden Jahr erfülle sich für ihn ein lang gehegter Traum.

Otto Piene zeigte sich in seiner Dankesrede gerührt und geehrt. „Berlin war immer ein besonders wichtiger Ort für mich“, sagte der 85-Jährige. „Vieles in meiner Kunst ist durch diesen Ort symbolisiert worden und dadurch entstanden.“

Als Kunstfreunde erwiesen sich auch Designerin Jette Joop, RTL-Moderator Wolfram Kons und TV-Talker Johannes B. Kerner, die ebenfalls zu der Präsentation gekommen waren. „Ich finde das Bild sehr kraftvoll, lebendig und wild“, so Jette Joop, die sich selbst nicht als Kunstkennerin verstanden wissen wollte. „Das wäre vermessen“, sagte die Potsdamerin, „aber ich habe auch ein paar Fotokunstwerke zu Hause hängen.“ Beim anschließenden Dinner hatten die Gäste noch die Gelegenheit, sich ausgiebig auszutauschen.