Antikriegstag

Margot Käßmann und Anna Loos diskutieren über Demokratie

Gänsehaut am Sonntagabend in der Parochialkirche.

„Nach allem, was Deutschland über die Welt gebracht hat, ist es unfassbar, wie viele Waffen wir exportieren“, sagte Sängerin und Schauspielerin Anna Loos. Um auf die steigenden deutschen Rüstungsexporte aufmerksam zu machen, lud das Bündnis „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel“ am Sonntagabend in die Parochialkirche in Mitte zu einer Diskussionsrunde mit Live-Musik der Band „Silly“. Anlass war der Antikriegstag, der in Deutschland jährlich am 1. September begangen wird. Das Aktionsbündnis besteht vor allem aus kirchennahen Trägern, darunter das Hilfswerk „Misereor“ und die Organisation „Brot für die Welt“. Als Gäste der Talkrunde waren eingeladen: Margot Käßmann, Schirmherrin der Kampagne, Anna Loos, Sängerin der Band „Silly“, sowie Volker Kasch, entwicklungspolitischer Beauftragter des Hilfswerks „Misereor“. In diesem Rahmen präsentierte Anna Loos mit ihrer Band „Silly“ das Video zu ihrem Song „Vaterland“.

In dem neuen Video verwendet „Silly“ reale Kriegsbilder und fragt kritisch „Wie lieb ich so’n Land?“ – Tote, die in Blutlachen auf der Straße liegen – Bilder einer Hinrichtung. Dazwischen Schnittbilder von Rüstungsmessen, auf denen auch Deutschland als drittgrößter Waffenexporteur weltweit stark vertreten ist.

Mit dem Lied möchte die Band zum Nachdenken über Rüstungsexporte und Waffenhandel anregen. Auch die ehemalige EKD-Vorsitzende Käßmann kritisiert seit langem die deutschen Rüstungsexporte. „Die Deutschen sind eigentlich kriegsmüde. Gegen Rüstungsexporte gibt es noch nicht den gleichen Protest, weil alles so intransparent ist und nicht an die Öffentlichkeit gelangt“, sagte Käßmann.