Stilfrage

Mehr Männer mit Modemut

Cordula Schmitz über modische Gründe und Sünde

In dieser Kolumne muss Abbitte geleistet werden. Und zwar wegen Diskriminierung. Denn, das muss ich offen zugeben, meine bisherigen Beobachtungen bezogen sich meist auf Frauen. Deshalb geht es jetzt um den Mann. Es gibt drei verschiedene Modemänner: Den Hipster, den sportlichen und den klassischen Typen. Das bedeutet Folgendes: Der sportliche Typ verweigert sich jeder modischen Haltung. Der klassische trägt immer das Gleiche (damit er nichts falsch macht). Nur der Hipster hat Spaß an Kleidung. Allerdings sollte man sich dabei nicht unbedingt Russel Brand zum Vorbild nehmen. Bitte eher Ryan Gosling, Steve McQueen oder Jeff Bridges. Um allen drei Typen gerecht zu werden, kommen hier ein paar Anregungen: Mit wenigen Handgriffen macht ein guter Änderungsschneider aus einem Konfektionsanzug den persönlichen Maßanzug. Sie sollten aber etwas Zeit investieren, um Ihre Marke zu finden.

Zegna schneidert anders als Boss, Hilfiger oder Armani. Teurere Hemden sind aus besserer Baumwolle und lassen sich leichter bügeln und tragen. Die Investition in einen Kaschmirpullover ist etwa so sicher wie in Bundeswertpapiere: Passt immer, trägt sich gut, kommt nie aus der Mode. Gerne in Blau oder Grau. Eine Sache kann das Outfit jedoch zunichte machen: Sind die Schuhe ungepflegt, abgelatscht oder von zweifelhafter Qualität, nützt auch der mühsam ersparte Maßanzug nichts. Bitte keine Schuhe, die vorne quadratisch sind! Trekkingsandalen gehören auf den Trekkingpfad, völlig egal ob mit oder ohne Socken. Da gibt es keine Ausnahme. Nie. Und, liebe Hipster, könntet ihr bitte anfangen, Kamelhaarmantel zu tragen? Danke.