MITTEndrin

Keiner für alle – alle für Angie

Florian Kain über politisches Leben abseits der Gremien

Nachdem die SPD am vergangenen Wochenende vor dem Brandenburger Tor mit Nena, Sasha, Roland Kaiser und Co. fast die ganze deutsche Musikszene auf die Bühne brachte, war es nur eine Frage der Zeit, bis auch die Union Prominenz präsentieren würde. Auf einer neuen Seite im Internet („Wir stimmen für Merkel“) bekennen sich Vertreter aus Kultur, Show und Sport dazu, Angie-Fans zu sein.

Es sind von Sascha Hehn bis Dieter Thomas Heck viele altbekannte CDU/CSU-Unterstützer dabei. Auch Uschi Glas gehört dazu. Die Schauspielerin, einst Teil der 68er-Bewegung, war bereits in den 70er-Jahren für die CSU und Franz Josef Strauß entflammt. Sie begeistert sich nun für Angela Merkels „Bescheidenheit und Charme“ – Attribute, mit denen der von ihr so verehrte frühere bayerische Ministerpräsident allerdings nicht unbedingt punkten konnte. Da sage noch einer, Konservative gingen nicht mit der Zeit.

Auch Wolfgang Joop will CDU wählen, weil Merkel „als Mensch und Kanzlerin“ ein Deutschland repräsentiere, in dem er gerne zu Hause sei. Zu Guido Westerwelles Zeiten bekannte sich der Potsdamer Modeschöpfer zur FDP – offenbar scheint er von der an der Parteispitze gefolgten Boygroup um Philipp Rösler nicht sonderlich angetan zu sein. Dass man sich beim Waschen, Schneiden und Fönen näherkommen kann, zeigt Udo Walz. Der Berliner Friseur, der die Kanzlerinnenfrisur erfand und seit Jahren betreut, ist extra ihretwegen ihr in die CDU eingetreten. Man weiß, dass Angela Merkel in seinem Salon jederzeit ohne Termin vorbeikommen kann. „Ich stehe hinter ihr“, wirbt Walz. Es scheint, als hätten sich da zwei gefunden.