West-Berlin

Wer ist wo im Westen

Im Wandel der City West: Die Gesellschaft Berlins entdeckt Restaurants, Bars, Shops, Galerien neu

In seiner ersten Single nach zehn Jahren Auszeit, „Where Are We Now“, besingt David Bowie melancholisch seine Berliner Zeit in den 70ern. Damals war der Westen noch wild, Rolf Eden König des Kudamms und die „Paris Bar“ Szene-Mekka. Auf dem Weg in die 90er-Jahre ging der Glanz verloren. Nach Mauerfall stahlen Mitte und Prenzlauer Berg Charlottenburg und Schöneberg die Show – und prägten das neue Berlin.

Doch: Die City West zieht wieder mit. Neueröffnungen wie die des Luxushotels „Waldorf Astoria”, des Designhotels „Das Stue”, des neuen Apple Flagshipstores sowie der Umzug der Fotogalerie „C/O Berlin“ ins Amerika Haus an der Hardenbergstraße prägen den neuen Stil. Ebenso wie die vielen kleinen Restaurants, Bars, Galerien und Shops, die wohl einzig vom Regierenden Bürgermeister, Klaus Wowereit, noch nicht bemerkt worden zu sein scheinen.

„Der Wandel in der City West ist nicht nur von den Medien herbeigeschrieben, sondern ganz eindeutig zu beobachten”, sagt Christian Tänzler, Pressesprecher von VisitBerlin. „Weil es dort eine ganz andere Klientel als in den arrivierten Szenebezirken gibt, muss diese Entwicklung aber kein ‚Entweder Oder‘ bedeuten.”

Am Kudamm treffen nun Mitte-Exilanten auf hippe Touristen, alteingesessene Berliner auf Lebenskünstler. Schauspieler und Sänger prägen das Bild eines Stadtteils zwischen altem Glanz und neuer Szene – und vielleicht kommt ja sogar David Bowie wieder einmal vorbei.