Skandal-Romanverfilmung

Nasse Film-Premiere

Nach dem Filmfestival von Locarno feiert Charlotte Roches „Feuchtgebiete“ in Berlin

Feuchtgebiete gab es am Dienstagabend im Sony Center am Potsdamer Platz nicht nur auf der Leinwand zu sehen. Bei der Premiere der Verfilmung von Charlotte Roches Skandalroman „Feuchtgebiete“ mussten die Gäste auf dem Weg ins Kino ein wenige Zentimeter tiefes Wasserbecken durchqueren. Marco Kreuzpaintner wurde das kühle Nass dann auch glatt zum Verhängnis. Der Regisseur nahm auf dem glatten Boden vor der gesamten Presse ein unfreiwilliges Bad, trug den Zwischenfall jedoch mit Fassung.

Trockenen Fußes kamen an diesem Abend aber auch Hauptdarstellerin Carla Juriund ihre Filmteam-Kollegen Meret Becke,, Edgar Selge und Peri Baumeister nicht über den Teppich. Peinliche Momente blieben ihnen jedoch erspart. „Es gab auch bei den Dreharbeiten keine Szene, für die ich mich geschämt hätte“, sagte Carla Juri. Unter den Premierenbesuchern waren auch Lena Meyer-Landrut, Rapper MC Fitti – und natürlich Charlotte Roche. Die Autorin der Romanvorlage hatte bereits bei der Weltpremiere am Sonntag auf dem Filmfestival in Locarno zugegeben, sich vor ihrer Familie für einige Dinge zu schämen. Ihre neunjährige Tochter dürfe deshalb weder das Buch lesen, noch den Film sehen. „Sie weiß nur, dass ihre Mutter über Dinge schreibt, die nur für Erwachsene sind.“ Vorerst galt es am Dienstag aber erst einmal für „Feuchtgebiete“ die Feuerprobe vor den deutschen Premierengästen zu bestehen. Wem der Film nicht die Stimmung verhagelt hatte, konnte später im Kreuzberger Club „Gretchen“ noch auf der Aftershowparty feiern. Annika Schönstädt