Polo

Der Pferde-Ferch

In Phöben bereitet sich Schauspieler Heino Ferch auf die Polo-Meisterschaften auf dem Maifeld vor

Langsam trauen sich die Zuschauer wieder aus ihren Autos. Es hat heftig geregnet, eine Stunde hat sich ein Großteil vor dem Gewitter über Phöben in Sicherheit gebracht. Ihre Laune haben sich die Besucher der Qualifikationsspiele des „Engel & Völkers Berlin Maifeld Cups“ durch das Unwetter nicht nehmen lassen. Fröhlich laufen sie zurück zum Spielfeld. Auch Schauspieler Heino Ferch, der wohl bekannteste Teilnehmer der Deutschen Polo Meisterschaften High Goal 2013, die am Sonnabend und Sonntag eine Stunde von Berlin entfernt stattfinden, scheint entspannt.

„Polo ist für mich eine der schnellsten und taffsten Mannschaftssportarten der Welt“, sagt Heino Ferch. Es ist zwei Stunden vor seinem Spiel, noch sitzt er in Leinenhose im Clubhaus. „Es gibt für mich keinen anderen Sport, der diese Faszination ausübt.“

Im Jahr 2002 hat der 49-Jährige den Sport kennen gelernt. Damals hat der Polo-Club Berlin/Brandenburg angefragt, ob er an einer Charity-Veranstaltung teilnehmen könne. „Schon die ersten Trainingsversuche liefen sehr gut“, sagt Heino Ferch, „ich war begeistert und sagte zu.“ Beim Turnier tritt Heino Ferch als Kapitän des Teams Landrover an, für das er seit einigen Jahren spielt.

Beim Finale am kommenden Wochenende auf dem Maifeld am Olympia-Stadion wird Ferch nicht der einzige Prominente sein. Viele bekannte Gesichter sind in den vergangenen Jahren beim Turnier dabei gewesen. Im letzten Jahr Model Anabelle Mandeng, Schauspieler Florian Fischer, Susanne Juhnke und Schauspieler und Stylist Manuel Cortez. Dieses Mal werden Polo-Fans wie Staatssekretär Andreas Statzkowski (CDU) und Profiboxer Marco Huck erwartet.

2012 haben die Veranstalter mehr als 20.000 Zuschauer beim Finalspiel gezählt. Die Sportart, von der gesagt wird, dass sie eine der ältesten Mannschaftssportarten der Welt sei, ist mittlerweile nicht mehr nur eine Leidenschaft für eine bestimmte Gesellschaftsschicht. Das sagt zumindest Organisator Moritz Gädeke, selbst Polo-Spieler, der gemeinsam mit seiner Mutter Sylvia und seinem Partner Carsten Erfurth das Turnier veranstaltet.

„Von Jahr zu Jahr wird Polo in Berlin populärer“, sagt Moritz Gädeke. „Wir machen aus diesem Sport, der gern als ein verstaubter Altherrensport angesehen wird, einen Lifestyle-Event für die ganze Familie.“ Das sei auch der Grund, weshalb sie keinen Eintritt für die Veranstaltung am kommenden Wochenende nehmen wollen.

Für Moritz Gädeke selbst ist Polo eine große Leidenschaft, die er mit seiner Mutter teilt. „Dieses Zusammenspiel zwischen dem Spieler und den Pferden ist einfach beeindruckend“, sagt er. Vier Spieler pro Mannschaft, die einen Ball mit einem langen Holzschläger in das gegnerische Tor schlagen müssen. Seinen Partner konnte er jedoch bislang noch nicht zum Polo-Spielen überreden. „Aber ich bin bereits infiziert“, sagt Carsten Erfurth.

Es ist kurz vor 17 Uhr. Das Team Landrover, allen voran Kapitän Heino Ferch, wärmt sich auf. Er selbst hat ein Handicap von „0“, hätte jedoch gern eines von „+2“, wie er zugibt. Ein großer Traum für ihn sei, einmal beim Gold Cup in England mitzuspielen. „Davon abgesehen die Palermo Open, die ich mit meinem Handicap aber wohl nie erreichen werde“, sagt Heino Ferch vor dem Spiel. Dann geht es los. Heino Ferch steigt auf sein Pferd, „Armada“, eine argentinische Stute, galoppiert Richtung Spielfeld, der Anpfiff ertönt und Ferch und Pferd hetzen Richtung Ball. Ihr Ziel: Gewinnen, wie auch am kommenden Sonntag.