MITTEndrin

Platt, deutsch, Strand

Florian Kain über politisches Leben abseits der Gremien

In Sachen Sommerurlaub schätzt man in der schwarz-gelben Koalition vertraute Ziele. Bestes Beispiel: die Regierungschefin selbst. Nach der traditionellen Bayreuth-Etappe reisten Angela Merkel (CDU) und ihr Mann Joachim Sauer erneut weiter ins Südtiroler Sulden zum Wandern. Angesichts dessen, was die Kanzlerin im Zuge der Euro-Krise aus Bella Italia schon zu hören bekam, ist ihre Treue zu Italien wirklich bemerkenswert. Aber sie mag nun mal sommerliche Temperaturen und kurze Entfernungen. Da kann man die Prognose wagen, dass es an Ostern wohl wieder nach Ischia geht. An die Nordseeküste zog es sowohl Familienministerin Kristina Schröder (CDU) als auch Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) mit Familie. Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) steuerte schon zum dritten Mal das Ostseebad Boltenhagen an. Andere setzten gleich ganz auf „Balkonien“. Umweltminister Peter Altmaier (CDU) sonnte sich im Sauerland. Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) urlaubte in Potsdam: „Viel lesen, in Ruhe kochen, regelmäßig schwimmen.“ Originell ist das nicht. Aber wahrscheinlich wirklich ziemlich erholsam, wenn man sonst ständig auf Reisen ist. Und so blieb auch Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) in Burgdorf. Sie sagte mir: „Ferien machen kann ich wegen des Wahlkampfes in diesem Jahr nicht, aber da, wo wir wohnen, ist es wie Urlaub – wenn ich zu Hause bin und keine Termine habe.“

Nicht jeder nimmt die Wahl im September eben so leicht wie SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Der ist ab heute für eine Woche auf Gran Canaria – und legt sich dort, wie er selber sagt, „auf die faule Haut“.