Fernsehen

Die Moderatorin kommt mit dem Rad

Donnerstag startet die RBB-Sendung „Stadt, Rad, Hund“ mit Bettina Rust

Mit hohen Absätzen Fahrrad zu fahren, das ist für Bettina Rust überhaupt kein Problem. Die blonden Haare und ihr braunes Kleid wehen im Fahrtwind, als sie an diesem Tag auf ihrem dunklen Hollandrad auf den Viktoria-Luise-Platz in Schöneberg einbiegt. Und sie ist nicht allein. In einem am Lenkrad befestigten Korb sitzt ihre kleine Mischlingshündin Elli. „Ich bin auch privat gern mit dem Fahrrad unterwegs, weil ich es sehr praktisch finde und es mir Spaß bringt“, sagt die Moderatorin und lacht. Umso praktischer, dass sie dieser Leidenschaft jetzt auch beruflich nachgehen kann.

„Stadt, Rad, Hund“ heißt Bettina Rusts neue TV-Sendung, die ab kommenden Donnerstag (22.45 Uhr) im RBB ausgestrahlt wird. In jeder Folge besucht die 45-jährige Moderatorin, die vielen durch ihre Interview-Sendung „Hörbar Rust“ auf Radio Eins bekannt ist, auf einer Tour interessante Berliner in ihrem Kiez. In der ersten Folge trifft sie unter anderen Moderatorin Barbara Schöneberger in Westend, sie besucht Schauspieler Henry Hübchen in Pankow sowie Constanze Behrends, Theaterchefin des Prime Time Theaters, in Wedding. In der zweiten Sendung sind ihre Protagonisten der Journalist Sascha Lobo und der Sänger Tim Bendzko.

„Unsere Idee war es, Berlin in seinen ganzen Facetten zu zeigen“, sagt Bettina Rust. In jeder Folge besuche sie ganz bewusst Schauplätze in Ost und West, um die Unterschiede zwischen den vielen verschiedenen Kiezen in der ganzen Stadt deutlich zu machen, betont sie. „Ich spreche nicht nur mit Prominenten, sondern auch mit Berlinern, die durch irgendetwas auf sich aufmerksam gemacht haben, Leute, die interessante Ideen verwirklichen oder sinnvolle Projekte umsetzen.“

Dabei denkt Bettina Rust zum Beispiel an den Fleischermeister Marcus Benser, dessen „Blutwurstmanufaktur“ in Rixdorf in Neukölln mittlerweile eine Institution ist, genau wie den Technikexperten Timor Kardum, der eine Hightech-Kamera-Drohne erfunden hat, die spektakuläre Bilder macht, auch für Hollywoodproduktionen.

Und wenn sie so durch die Straßen fährt, egal ob privat oder beruflich, dann fielen ihr immer schon die nächsten Ideen für weitere Sendungen ein, sagt sie. „Berlin bietet so viel Raum für tolle Menschen, und die Geschichten liegen sprichwörtlich auf der Straße“, fügt sie hinzu. „Ich war noch nie von einer Sendung so sehr überzeugt wie von dieser.“ Anstrengender als die Themenfindung sei dementsprechend eher die Produktion der Sendung im hochsommerlichen Juli gewesen. „Das lag weniger am Fahrradfahren, sondern eher am heißen Sommerwetter bei 36 Grad.“

Würde sich die gebürtige Hannoveranerin selbst in „Stadt, Rad, Hund“ treffen, hätte sie sich das „Café am neuen See“ im Tiergarten als Drehort ausgesucht. „Das ist nicht besonders innovativ, aber ich liebe den Biergarten mitten in Berlin“, sagt Rust, die gern in Schöneberg lebt, mittlerweile seit 15 Jahren. „Ich finde es schön, dass der Stadtteil seit Jahren vor sich hindümpelt und nicht wieder so hip geworden ist, wie er früher einmal war. Das schafft so eine gelassene Stimmung.“

Eben genau diese Stimmung, die an diesem Tag der Viktoria-Luise-Platz ausstrahlt – ein potenzieller Schauplatz wahrscheinlich, wäre Bettina Rust zu Gast in ihrer eigenen Sendung.