MITTEndrin

Kubicki nimmt Kurs

Florian Kain über politisches Leben abseits der Gremien

Wolfgang Kubicki wäre nicht Wolfgang Kubicki, hätte er die politischen Sommerferien völlig ungenutzt verstreichen lassen. Während Guido Westerwelle und Philipp Rösler sich im Urlaub erholten, sondierte er im Regierungsviertel schon mal sein neues Terrain. Der Schleswig-Holsteiner will seinen Parteifreunden ja nach der Wahl am 22. September vor Ort in Berlin dabei helfen, die FDP besser zu verkaufen. „Berlin wird mich ertragen müssen“, brachte der 61-Jährige die Sache beim Gespräch auf einer Dachterrasse mit Blick auf die Stadt auf den Punkt. Besonders gilt das natürlich für die Führungsmannschaft um Rösler, deren Nerven er mit harscher Kritik schon als Fraktionschef in Kiel strapazierte. Fest steht, dass es mit einem Neuzugang dieses Kalibers in Mitte nicht langweiliger wird. Und weil er „großzügigerweise“ auf einen Ministerposten verzichtet, bleiben dem streitbaren Politiker sogar noch mehr Zeit für Auftritte in den Talkshow-Studios der Stadt. Außerdem kann er so auch weiter als Rechtsanwalt arbeiten. Die Geschäfte seiner Kanzlei laufen so gut, dass er hier eine Dependance unterhält.

Überhaupt scheint Wolfgang Kubicki ziemlich viel Wert auf kurze Wege zu legen: Privat will er sich am Gendarmenmarkt niederlassen. In der Wohnung, die noch zu finden ist, kann er dann auch Vertrauliches besprechen. Schließlich haben in den Restaurants rundherum „ja nicht nur die Wände Ohren“, wie er schon festgestellt hat. Übrigens: Sein geliebtes Motorboot „Liberty“ lässt Kubicki an der Ostsee. „Weil man da auch mal 40 Knoten fahren kann.“