Stilfrage

Tattoo never dies

Cordula Schmitz über modische Gründe und Sünde

Seit einigen Tagen mache ich mir Gedanken wegen meines Tattoos. Keine Sorge, das einzige Geweih, das ich besitze, ziert ein orangefarbenes Feuerzeug, das ich neulich ganz unten in einer meiner Handtaschen fand. Es geht auch nicht um die Frage, welcher Laser Oberarmreife aus indianischen Hieroglyphen am besten atomisiert. Vielmehr geht es um die Frage: Ja – oder Nein? Wenn ja, was? Und ganz grundsätzlich: In oder out? Bei der Bilderschwemme (besonders auf Fußballplätzen) müsste der Trend doch längst passé sein.

Aber ganz im Gegenteil: Tattoo never dies. An der US-Westküste sprießen die Studios derzeit wie psychedelische Fliegenpilze aus dem Boden. Und wer was auf sich hält, lässt sich nach wie vor mit der Nadel bearbeiten. Meine Haut konnte ich zum Glück vor den Ethno-Geschmacklosigkeiten des letzten Jahrhunderts retten.

Aktuell im Trend: das Traditionsmotiv. Anker sind hoch im Kurs. Abzuraten ist von Liebesankern. Das Ende einer Beziehung kann da schmerzhaft werden. So wie bei Heidi Klum, die sich ihren Ex Seal vom Unterarm entfernen lassen muss. Gerade in diese Falle getappt ist Sophia Thomalla . Sie hat sich den Kopf ihres Freundes Till Lindemann von Rammstein auf den Unterarm stechen lassen. Sogar die fettigen Haare des Sängers (okay, gehört zu seinem Look) sind wiedergegeben.

Nein, dann macht man es lieber wie Kristen Stewart . Eigentlich keine Stilikone, hat sie in diesem Fall alles richtig gemacht: klein, fein, dezent und nur von Bedeutung für sie selbst. Vier kleine Striche auf dem Unterarm. So was hätte ich auch gerne. Vielleicht „OK!“. Aber nur in weiß, wie Lindsay Lohan .