Ausstellung

Eva Hassmann zeigt ihre Fotografien in der Bötzowbrauerei

Manche Träume nehmen bis zu ihrer Realisierung einen langen Weg. Mitunter entstehen sie als Idee sogar im Kopf eines anderen Menschen.

Bei Eva Hassmann war es so. Seit ihrem Regie-Studium an der Universität von Los Angeles und dem Schauspielunterricht am dortigen Lee-Strasberg-Institute hatte die Wahl-Berlinerin, die von 2000 bis 2012 mit dem Komiker Otto Waalkes verheiratet war, mit dem Gedanken gespielt, selbst einmal die Kamera in die Hand zu nehmen. Nicht zu reagieren, sondern selbst zu gestalten, die Welt zu zeigen, so wie sie sie sieht oder sehen möchte. Und sie tat es, packte ihre Canon D90 und aktivierte den Selbstauslöser, immer wieder. Dabei war sie ihr eigenes Modell.

Eines der Bilder, das dabei entstand, heißt: „99 Cents“. Es zeigt Hassmanns Kopf, ganz in Gold, medusengleich. Nur dass aus ihrem Haupt keine Schlangen wachsen, sondern kleine Türme und Menschenfiguren, die sie in einem 99-Cent-Laden in Los Angeles gekauft hat. Die Idee dazu war ihr gekommen, als ihr ein Bekannter von einem wundersamen Traum erzählt hatte. In ihm zog er sich wild wachsendes Geäst aus dem Kopf.

„99 Cents“ ist, neben anderen Bildern, bis September im Kesselhaus der ehemaligen Bötzowbrauerei in Prenzlauer Berg zu sehen. Die Fotos zeigen Hassmann als Vamp, als Hausfrau, dann als spielendes Girl, mal barbusig, mal in Leder. „Ich wollte viele verschiedene Frauenbilder zeigen“, sagt die 40-Jährige. Sie will sich mit der Fotografie ein zweites berufliches Standbein aufbauen.