Fernsehen

Fang den Millionär

„Catch the Millionaire“: 18 Frauen suchen im Fernsehen nach reichen Männern. Ein Besuch bei der Berliner Kandidatin in ihrem natürlichen Jagdrevier

Jeder zweite Mann, der vorbeikommt, schaut in ihre Richtung. Jana hat sich geschickt positioniert. Unter dem Sonnenschirm auf der Terrasse einer Bar am Gendarmenmarkt, in der sie an einer Maracujasaftschorle nippt. Sie trägt ein schwarzes Minikleid, dazu offenes rotes Haar und High Heels – die Beine elegant übereinander geschlagen, lässig, unverkrampft.

Womöglich ist die Bar in Mitte ein guter Ort, um einen Millionär zu treffen. Darin hat Jana, die ihren Nachnamen nicht in der Zeitung genannt wissen will, mittlerweile Erfahrung. Als eine von 18 Frauen hat sie bei der Castingshow „Catch the Millionaire“ (heute, 20.15 Uhr, ProSieben) teilgenommen. Es geht für die Kandidatinnen darum, über drei Wochen hinweg in einer historischen Villa in der Toskana das Herz eines von drei Millionären für sich zu gewinnen. Was die Zuschauer von Beginn an wissen: Lediglich einer von ihnen ist wirklich reich. So stellt sich für die Frauen am Ende die Frage: Geld, Liebe – oder gar beides?

„Ich brauche keinen Millionär als Mann“, sagt die Friseurin, die sich als Make-up-Artist selbstständig gemacht hat und an diesem Dienstag in der Bar in Mitte sitzt. In einer Bar, die für viele schon oft Ort der Suche nach einem Millionär war. „Eher wäre es mir unangenehm, wenn mein Freund mir ständig alles ausgeben, mich mit Taschen, Schuhen und Schmuck überschütten würde“, sagt Jana.

Der Mann müsse höflich sein, dürfe nicht mit großen Uhren prahlen oder immer nur perfekt geschnittene Anzüge tragen, sagt Jana. „Am liebsten wäre mir ein Millionär, der auch mal ein Loch im T-Shirt hat und mit mir ins ,Berghain‘ feiern geht“, sagt sie.

Umso wichtiger sei es für sie gewesen, während der drei Wochen des Dauerflirtens in der Toskana authentisch zu bleiben. Immerhin würden Millionen von Menschen sie sehen. „Ich denke, dass ich so nicht als geldgeile Tussi rüberkomme“, sagt Jana, die zugibt, großen Wert auf ihr Äußeres zu legen. „Ich bin aber gespannt, wie die drei Wochen auf wenige Folgen komprimiert rüberkommen.“ Mehr als mit der Aufgabe, Authentizität zu wahren, habe sie die Situation überfordert, beim Flirten die Initiative ergreifen zu müssen. Privat lasse sie normalerweise Männern den Vortritt, sagt sie. „Umso ungewohnter war es für mich, dass ich bei der Sendung drei Männer auf mich aufmerksam machen musste – und das in Konkurrenz zu 17 Frauen.“

Bei den Dreharbeiten in der Toskana waren Schwierigkeiten zwischen den Frauen vorauszusehen. Bei Einzeldates oder gemeinschaftlichen Unternehmungen in Italien war es die Herausforderung für die Frauen, die Aufmerksamkeit der drei Männer dabei dennoch auf sich zu lenken. Einige hätten bewusst ihren Körper eingesetzt, sagt Jana, andere hätten versucht, mit Gesprächen zu überzeugen. Natürlichkeit, innovative, gute Gespräche – das sei ihre Taktik gewesen. „Ich habe zum Beispiel gesagt: ,Ich kenn dich irgendwo her, obwohl das natürlich geflunkert war“, sagt sie und grinst. „Mein Trick ist es, Männern mit ungewöhnlichen Fragen in Erinnerung zu bleiben.“

Verraten, ob sie einen der Männer überzeugen konnte, darf Jana, die sich selbst eine „sexuelle Ausstrahlung“ zuschreibt, nicht. Die Sendung startet erst am heutigen Abend. Die Blicke der Männer am Gendarmenmarkt scheint Jana dennoch zu ignorieren. Ein Zeichen dafür, dass sie den Millionär für sich hat gewinnen können? Eine Frage, die für Jana angeblich keine Rolle spielt, wie sie sagt. Wichtig sei lediglich die Erfahrung, die sie gemacht habe. „Wenn ich einen Mann fürs Leben finde, dann ist das toll. Wenn nicht, auch nicht so schlimm.“ Und selbst wenn es am Ende nicht der Millionär geworden ist – eine gute Gage hat es für Jana schon gegeben.