Bühne

Operettenfreunde beim „Ball im Savoy“ in der Komischen Oper

Ein Stück Berliner Operetten-Geschichte kehrt in die Hauptstadt zurück. Nach 81 Jahren wurde das Stück „Ball im Savoy“ zum ersten Mal wieder in Berlin aufgeführt.

Nur wenige Wochen nach der Uraufführung im Großen Schauspielhaus im Dezember 1932 wurde das Stück des jüdischstämmigen Komponisten Paul Abraham von den Nazis verboten. Abraham floh nach New York, und seine Werke gerieten in Deutschland in Vergessenheit. Ein Grund mehr für viele Prominente, die Premiere der Inszenierung am Sonntagabend in der Komischen Oper an der Behrenstraße in Mitte zu besuchen.

„Das Stück hätte schon viel früher wieder inszeniert werden müssen“, sagte Schauspieler Ulrich Matthes. Es gehöre nach Berlin und es sei gut, dass Opernchef Barrie Kosky sich dessen angenommen habe. Als eine relativ seltene Operetten-Besucherin offenbarte sich Schauspielerin Ulrike Folkerts. „Die Stücke sind zwar immer leicht bekömmlich, haben aber dennoch einen Aspekt zum Nachdenken dabei“, sagte Folkerts. Sie war zu der Premiere mit ihrer Partnerin, der Künstlerin Katharina Schnitzler, gekommen. Weitere prominente Gäste waren Klaus Wowereit (SPD), Entertainerin Gayle Tufts und die Geschwister Pfister.

Die Berliner Schauspieler Dagmar Manzel und Christoph Späth tanzen in dem Stück als frisch verheiratetes Ehepaar Madeleine de Faublas und Marquis Aristide de Faublas auf einem Ball im südfranzösischen Nizza und geraten – wie es sich für eine Operette gehört – in allerlei amouröse Turbulenzen.