Golfgeflüster

Erfolg mit gekauften Schlägen

Petra Götze über Turniere in Berlin und Brandenburg

Der Golfplatz gilt manchen als letzte Bastion ungestörter Männlichkeit. Über Heiner Lauterbach wurde kürzlich vermeldet, er spiele nicht gern mit Frauen, was der Schauspieler allerdings umgehend dementierte – wahrscheinlich hatte es zu Hause Ärger gegeben. Dabei gibt es auch viele Golferinnen, die eine männerfreie Runde ohne anstrengende Suchaktionen im Rough zu schätzen wissen. Beim Ladies Golf Cup am Motzener See waren die einzigen zugelassenen Herren die Gastgeber Manfred Gugerel und Manuel Handlechner vom Berlin Capital Club, die mit österreichischem Charme kühlen Rosé-Champagner ausschenkten und dafür sorgten, dass es den 78 Teilnehmerinnen gut ging. Gespielt wurde Vierer-Scramble – Bruttosieger wurde ein Team aus Gross Kienitz mit Proette Janine Bossier, Michaela Haarmann, Agnieszka Stuck und Ariane Fränkle. Den meisten Spielerinnen ging es aber nicht ums Gewinnen, sondern um den Genuss eines regenfreien Golftags mit exquisiter Verpflegung und den Föhn-Service von Profi-Hairstylistin Jana nach der Runde.

Auch beim Präsidentencup am Seddiner See sollten die 80 Gäste vor allem Spaß haben, was auf dem schwierigen Südplatz nicht immer der Fall ist. Deshalb gab es die Möglichkeit, sich „Mulligans“ für 5 Euro zu kaufen und damit die Chance, schlechte Schläge oder einen vorbei geschobenen Par-Putt zu wiederholen. Meine Mitspieler, Till Günther, Präsident vom Potsdamer Golfclub (Handicap 8,4), Gastgeber Burkhard Leder (Handicap 19,5), der außer Konkurrenz spielte, und der Manager des Golfclubs Wannsee, Yasin Turhal mit dem beeindruckenden Handicap von 1,1, hatten das nicht wirklich nötig – aber mein Erfolgserlebnis steigerten die „Mulligans“ beträchtlich.

Die „Mulligans“ wurden natürlich bei der Wertung berücksichtigt, die Gewinner des Präsidenten-Pokals Frank Marszal und Sybill Seidel hatten ohne „zweite Chance“ gespielt. Einen Sonderpreis in Form einer Flasche Champagner überreichte Club-Präsident Burkhard Leder an einen seiner Vorgänger: Bernt W. Schlickum hatte die meisten „Mulligans“ genommen. Der Erlös der gekauften Schläge – fast 1.500 Euro – kommt der Jugendförderung des Golfclubs zugute. Man musste also noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen haben...